Bereits vor dem Spiel in der Champions Hockey League äusserte sich Headcoach Michael Liniger gegenüber der Luzerner Zeitung zur aktuellen Situation. Vor allem in der National League läuft es noch nicht nach Wunsch, liegt man bloss auf Tabellenrang 8 und man konnte nie mehr als zwei Spiele in Serie gewinnen. Welche Erklärungen hat er dafür? "Wir haben weniger Spiele bestritten als andere Teams, die Tabellensituation ist daher immer mit Vorsicht zu geniessen. Das war auch schon so, als wir in der vorgängigen Nationalmannschaftspause auf dem vierten Platz klassiert waren."
Ihm sei aber durchaus bewusst, dass der Verein nicht dort stehe, wo er sich selbst sieht. "Wir machten schwierige Phasen mit sehr vielen Verletzten durch, das konnten wir nicht im Handumdrehen kompensieren. Wenn die besten Spieler länger fehlen, ist es schwierig in dieser Liga, wir müssen um jeden Punkt kämpfen." Er findet, dass es aufgrund der personellen Nöte gar nicht so schlecht ausschaut.
Fans sind unzufrieden
In den Fan-Foren des EVZ wird bemängelt, dass das Team zum Teil blutleer und leidenschaftslos auftrete. "In einigen Spielen sind wir definitiv nicht so aufgetreten, wie wir uns das vorgenommen hatten. Da sehe ich leider noch Parallelen zu den letzten zwei Saisons. Daran arbeiten wir. Ich verstehe eine gewisse Frustration, sie zeugt von der grossen Leidenschaft der Fans. Ihnen ist nicht gleichgültig, wie es um uns steht. Auch ich bin manchmal frustriert, aber das bringt uns nichts. Es geht darum, mit den verfügbaren Spielern das Bestmögliche herauszuholen."
Man dürfe dabei aber keinesfalls vergessen, dass man schon sehr junge Spieler mit Jahrgang 2007 oder sogar 2008 eingesetzt habe. "Kaum ein anderes Team der National League oder Swiss League setzt so früh auf derart junge Spieler wie wir. Das ist eine wichtige Investition in unsere Zukunft, hat jedoch auch Auswirkungen auf die Tiefe und Qualität unserer Mannschaft."
Liniger über Leistungsdruck und seine ruhige Art
Spürt er als Headcoach bereits den Druck? "Jeder Job als Headcoach ist mit einem gewissen Druck verbunden. Ich mache mir selbst den grössten Druck, ich möchte der bestmögliche Trainer sein und mich jeden Tag weiterentwickeln. Auch als Mannschaft wollen und müssen wir uns verbessern, da ist es logisch, dass ich mir Gedanken mache. Ich spüre aber das Vertrauen des Managements und das Verständnis für die Situation. Die Klubführung respektiert und wertschätzt unsere tägliche Arbeit, auch wenn die Resultate manchmal noch nicht so ausfallen, wie wir das gerne hätten."
Liniger hinterlässt an der Bande zwar einen ruhigen Eindruck, doch er könne durchaus auch einmal lauter werden, wenn es sein müsse. Er stellt jedoch klar: "Ich coache nicht für die Zuschauer, nicht fürs Fernsehen, nicht für die Medien. Ich coache für die Mannschaft. Meine Leidenschaft fürs Eishockey könnte nicht grösser sein, ich bin heiss an jedem Match. Aber wenn du durchdrehst als Trainer eines Teams, das im Spiel verunsichert wirkt, bringt das nichts. Ich versuche einfach, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen und ihr die Inputs zu geben, die sie braucht."