2014 kreuzten sich die Wege von Tristan Scherwey und Simon Moser beim SC Bern, seither wurden die beiden Stürmer nicht mehr voneinander getrennt. Hunderte von Spielen haben Scherwey und Moser zusammen absolviert und wurden dreimal gemeinsam Schweizer Meister. Auch in der Nationalmannschaft hatten sie 2018 mit der Silbermedaille eine tolle gemeinsame Geschichte.
Als "sehr speziell" bezeichnet Scherwey bei MySports die Situation um den Rücktritt Mosers. Er sehe Moser auf der einen Seite als Mitspieler, der leidet. Auf der anderen Seite jedoch verdrängt Scherwey die ganze Geschichte. Man sei im Team während der Saison intensiv zusammen, "es läuft vielleicht nicht optimal, und dann kommt noch so etwas dazu".
Aufgrund der Verletzung und der letzten Woche ist es für Scherwey nicht unbedingt eine Überraschung, das Team sei in engem Kontakt zu Moser gewesen. "Das weckt in mir sehr gemischte Gefühle."
„Es waren schöne Jahre, in denen ich an seiner Seite in die Schlacht zog. Auf und neben dem Eis. Etwa so würde ich es beschreiben.“ (Tristan Scherwey gegenüber MySports)
Auf die Frage, ob man es so sehen kann, dass die beiden zusammen in Bern gerockt haben, reagiert Scherwey locker: "Jaja, auf und neben dem Eis." Es stimme aber schon. Als Moser von Langnau zum SCB wechselte, fiel dem gebürtigen Freiburger bei seinem Kollegen die Perfektion auf, die er gar bei gewöhnlichen 0815-Übungen in Kraftraum an den Tag legte. Daran erinnerte er Moser auch noch Jahre später.
Moser sei nach seinem NHL-Abenteuer den Entwicklungen in der Schweiz immer einen Schritt voraus gewesen. Schwerwey habe immer nachziehen können. Auch für seinen guten Freund, für den er jederzeit durchs Feuer gegangen wäre. "Er war der Captain. Er ist immer vorausgegangen. Leute fragen mich immer wieder, ob ich nicht auch Captain werden wolle, ich sei ja auch schon eine Weile dabei. Aber Hand aufs Herz: Für mich gab es immer nur einen Captain. Und das war 'Mösu.'"
Bewundert hat Scherwey seinen Captain, war stolz, ihn als Anführer seiner Mannschaft zu haben. Auch wenn ihm das Captainamt zuletzt entzogen wurde, gab es für Scherwey eben immer nur einen Captain. "Das alles erfüllt mich mit Stolz."
Auf dem Eis habe Moser alles gegeben, sei mit seiner grossen Professionalität vorangegangen. Als Krieger sieht Scherwey seinen Teamkollegen, auch er sei teilweise aus diesem Holz geschnitzt. "Deshalb war es einfach nur eine geile Zeit mit ihm."