Grant, der in den letzten zwei Jahren massgeblich zum Erfolg der Zürcher beigetragen hat, ist noch weit von seiner Bestform entfernt. Dies wurde besonders im Spiel gegen den Tabellenführer HC Davos deutlich. Laut dem Blick kann Grant "läuferisch das Gaspedal kaum durchdrücken, beim Timing hapert es ab und an."
Der 35-jährige Stürmer steht vor der schwierigen Entscheidung: Soll er spielen, obwohl er noch nicht vollständig fit ist, oder abwarten, bis die Verletzung komplett ausgeheilt ist? Grant gibt gegenüber dem Blick zu: "Ich habe nicht erwartet, dass ich in Playoff-Form zurückkehre. Gegen Ende des Spiels tun mir die Lungen weh." Er versucht, sein Bestes zu geben, trotz der körperlichen Einschränkungen. "Ich versuche, so zu spielen, wie es für mich möglich ist."
Sportliche Misere der ZSC Lions macht es für ihn noch schwieriger
Die Situation wird durch die anhaltende Krise der ZSC Lions und das Verletzungspech des Teams noch verschärft. Grant erklärt, dass man in schwierigen Zeiten noch mehr dazu neigt, das Risiko einzugehen und zu spielen: "Manchmal vermutlich zu früh", wie er ehrlich meint. Als erfahrener Spieler mit NHL-Vergangenheit (Anaheim, Pittsburgh, Nashville, Philadelphia) weiss er um die Risiken eines verfrühten Comebacks.
Trotz seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit konnte Grant im Spiel gegen Davos einen wichtigen Beitrag leisten. Er erzielte ein Powerplay-Tor zum 2:1, verfehlte jedoch seinen Penalty-Versuch. Der ZSC gewann das Spiel schliesslich mit 3:2 nach Penaltyschiessen.
Grant bleibt optimistisch und sieht den Sieg gegen den HCD als Schritt in die richtige Richtung. Er hofft, dass der sich entspannende Spielplan mehr Zeit für Regeneration bietet und auch anderen verletzten Teamkollegen die Rückkehr ermöglicht. Obwohl er die Verletzungsmisere nicht als Ausrede gelten lassen möchte, erkennt er deren Auswirkungen auf die Teamleistung: "Die vielen Veränderungen in der Aufstellung nagen an der Konstanz der Linien. Wenn es dann mal nicht läuft, sind wir wie blockiert."
Für die ZSC Lions und Derek Grant bleibt die Herausforderung bestehen, die richtige Balance zwischen Einsatzbereitschaft und vollständiger Genesung zu finden. Der zweifache Meister ist überzeugt: "Denn eigentlich wissen wir ja, was es braucht." Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Grant und sein Team den Weg zurück zu alter Stärke finden können.