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Angebot und Nachfrage: Bayers Maza sendet Signale

kicker

Wer noch mal einen Blick auf den Spielberichtsbogen wirft, der liest die Namen so mancher Bayer-Profis, die beim 4:2 im Pokal in Paderborn eher negativ als positiv ins Auge fielen. Da ist zum Beispiel Arthur, der nach seinem erfrischenden Auftritt gegen Union (2:0) ganz eindeutig nicht wie erhofft in Schwung gekommen ist und nicht nur beim SCP mehr Fehler als gelungene Aktionen produzierte. Da ist Patrik Schick, der nach seiner Faszienverletzung im Oberschenkel erstmals wieder in der Startelf stand, es - zugegeben - nicht leicht hatte, sich aber auch nicht ins Spiel reinarbeiten konnte. Und da ist Eliesse Ben Seghir, der nach dem 2:1 auf St. Pauli am 5. Spieltag mal wieder von Beginn an ran durfte, jedoch Ballverluste en masse produzierte - und zur zweiten Hälfte draußen blieb.

Man könnte diese Liste nun noch etwas fortführen - grundsätzlich überzeugend war die Werkself insgesamt nicht, ganz im Gegenteil. Allerdings gab es auch positive Erscheinungen im Kreise des Bundesligisten: Ernest Poku etwa, der am 2:2 unmittelbar beteiligt war und für Tempo und Tiefe sorgte, wenngleich seine Entscheidungsfindung erneut beileibe nicht immer passte. Und auch Christian Kofane tat sich wieder hervor, kam ebenso wie Poku diesmal zur zweiten Hälfte, holte die Rote Karte gegen Felix Götze heraus, bereitete das 3:2 vor und war - nach zeitweisem Leerlauf - viel eingebunden in die Leverkusener Schlussoffensive.

"Wir brauchten ihren Speed. Es ist gut für unser Spiel, dieses Tempo in der ersten Linie zu haben. Sie gehen außerdem hinter die Kette. Es sind sehr junge Spieler, die große Schritte gemacht haben in den vergangenen fünf, sechs Wochen", so Trainer Kasper Hjulmand. "Damit sind wir zufrieden, aber sie spielen sehr viel. Da müssen wir ein wenig aufpassen." Um sie nicht zu überbeanspruchen.

Poku und Kofane setzen auch in Paderborn Akzente

Allein: Der 21-jährige Poku, der aus Alkmaar kam, und der 19-jährige Kofane, der im vergangenen Jahr noch in seiner Heimat Kamerun spielte und im Sommer aus der spanischen 2. Liga ins Rheinland wechselte, tun der Werkself gerade nun mal richtig gut. Trotz der Tatsache, dass es bei Youngstern wie ihnen logischerweise zuhauf Verbesserungsmöglichkeiten gibt, bringen sie bereits jetzt wichtige Stärken mit. Neben dem Tiefgang, den beide besitzen, sticht bei Poku zweifelsfrei noch mal sein spezielles Tempo heraus, bei Kofane die Wucht, mit der er mit seinem 1,89 Meter langen Körper die gegnerischen Innenverteidiger beschäftigen kann.

Beide dürften demnach auch in München wieder beginnen, was zumindest theoretisch auch für Ibrahim Maza gelten könnte. Der 19-Jährige, vor der Saison von Zweitligist Hertha BSC gekommen, gehörte jedenfalls ebenso zu den Positiverscheinungen, die beim insgesamt ziemlich enttäuschenden Spiel in Paderborn ersichtlich waren.

Gewiss, er hätte die Partie schon früher entscheiden bzw. in die richtigen Bahnen lenken können, vergab in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit (90.+2) und in der Verlängerung (106.) zwei Top-Chancen - und verursachte zudem die Ecke vor dem 1:1-Ausgleich. Insgesamt indes wusste er recht viel mit den sich bietenden Räumen anzufangen. Er leitete das 2:2 per Flanke ein - und belohnte sich letztlich für seinen Aufwand, als er per Rechtschuss zum 3:2 traf (120.+2). Sein erstes Pflichtspieltor, das die Werkself wie auch ihn selbst durchatmen ließ. Nach den verpassten Möglichkeiten, meinte Maza, sei er dem Team diesen Treffer "schuldig" gewesen.

Maza ist aktuell weiter als Ben Seghir und Echeverri

Der Offensivmann, der es halblinks oder halbrechts kann und in engen Räumen Lösungen zu finden weiß, sprach danach von einem "super Gefühl" und sagte: "Es wurde Zeit für mich. Ich hoffe, dass noch mehr Tore kommen." Wann er jedoch seine nächste Chance in der Startelf erhält?

Bisher war ihm das lediglich in der 1. Pokal-Runde in Großaspach (4:0), gegen Hoffenheim (1:2, kicker-Note 5) und gegen Gladbach (1:1, kicker-Note 4) vergönnt. Er sei "nah" dran, sagte Hjulmand nun. "Ich überlege immer, mit Ibo zu beginnen. Er macht gute Schritte, arbeitet sehr, sehr konzentriert und jeden Tag mit großer Qualität. Er will sehr, sehr gern lernen. Ich freue mich für ihn. Er hätte schon früher ein Tor machen können, hatte zwei große Chancen, aber okay", schmunzelte Bayers Trainer, ehe er mit den Worten schloss: "Für Ibo war es wichtig heute."

Fakt ist: Maza konnte bisher - wie beim 4:3 in Mainz oder jetzt beim SCP - zumindest punktuell Highlights setzen, womit Ben Seghir noch gar nicht dienen kann. Selbst Claudio Echeverri ließ immerhin schon etwas durchblicken, was ihn in Top-Form zwischen den Linien auszeichnen könnte. Am weitesten scheint aktuell aber Maza zu sein, der im Vergleich mit Ben Seghir und Echeverri folgerichtig die meiste Spielzeit erhielt. Ob es allerdings schon für einen Startelfeinsatz in München reicht oder Hjulmand nicht doch eher einem anderen - etwa dem erfahrenen Jonas Hofmann - vertraut? Abwarten. "Das überlasse ich dem Trainer", sagte Maza nur, der weiß, dass er sich stabilisieren und weiter aufdrängen muss. Aufs Angebot folgt dann sicher die Nachfrage - früher oder etwas später.