Die Schlussviertelstunde im Aufsteigerduell mit Dresden (1:2) war gerade angebrochen, da hielt Christopher Lannert Dynamos Stefan Kutschke auf dem Weg in den Arminen-Strafraum leicht am Trikot und flog für diese Aktion mit Rot vom Platz. Eine diskutable Entscheidung, da Lannert nicht letzter Mann gewesen war. Aber eine Entscheidung, von der Schiedsrichter Tom Bauer (kicker-Note 6) auch eine Review am VAR-Bildschirm nicht mehr abbringen konnte.
Direkt nach der Bekanntgabe des Strafmaßes von zwei Partien hatte die Arminia ob der umstrittenen Umstände Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Dieser wurde am Freitag vom DFB jedoch abgelehnt: "Der Spieler Lannert hat nach Ansicht des Gerichts durch ein leichteres Foulspiel eine offensichtliche Torchance verhindert. Nach Aussage des Schiedsrichters und des Dresdner Spielers Kutschke wollte dieser unmittelbar abschließen, damit hatte er die Chance, ein Tor zu erzielen", begründete Stephan Oberholz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, diese Entscheidung.
Trotz "vorbildlichen Verhaltens": "Standardfall" lässt keinen Spielraum
Während das Argument, nicht letzter Mann gewesen zu sein, nicht zum Tragen kommt, gebe es auch keine weiteren mildernden Umstände. "Da der fällige Freistoß nicht zum Torerfolg geführt hat, handelt es sich für uns um einen Standardfall, der nach ständiger Rechtsprechung eine Sperre von zwei Spielen zur Folge hat", führte Oberholz weiter aus. Auch "das vorbildliche Verhalten nach der Tat" hilft Lannert daher nicht weiter. Selbst wenn man beim DFB "keinen Zweifel daran hat, dass er grundsätzlich ein fairer Spieler ist".
Für die Arminia bedeutet diese Entscheidung, dass der Leistungsträger auch die kommende Partie nach der Länderspielpause gegen den 1. FC Magdeburg (12. September, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) verpassen wird. Den ersten Teil seiner Strafe hatte der gebürtige Münchner jüngst beim 1:1 in Braunschweig abgesessen. Dort war der eigentlich offensiver beheimatete Benjamin Boakye hinten rechts aufgelaufen, nun könnte er auf einen weiteren positionsfremden Einsatz zusteuern.