Die Akkus sind voll. "Auch wenn es spielerisch nicht schlecht gewesen ist, haben wir vor der Winterpause gemerkt, dass wir keine Profimannschaft sind", sagt Andreas Schön. Der Trainer des FC-Astoria Walldorf sieht in der am Mittwoch zu Ende gehenden Winterpause deshalb nur Vorteile für seine Kicker.
Körperlich und mental erholt, erwarten der Cheftrainer und seine beiden Co-Trainer Tim Wagner sowie Patrick Vogelbacher die Spieler am Mittwoch zum Laktattest. Ab Donnerstag wird auf Kunstrasen trainiert und am Freitag steht nach der planmäßigen Übungseinheit ein Teamevent an. "Wir gehen gemeinsam zu den Adlern", sagt Schön, dass der FCA-Tross sich das DEL-Spiel der Mannheimer Adler gegen die Nürnberg Ice Tigers in der SAP Arena anschauen wird.
„Da in diesem Derby jeder von Anfang an dabei sein will, geben die Jungs vielleicht noch ein, zwei Prozent mehr Gas in der Vorbereitung.“ (Andreas Schön)
Mit dabei ist dann beinahe ein komplett einsatzbereiter Kader sowie der ein oder andere Akteur aus der U 23 und U 19, die beim FCA in Vorbereitungsphasen traditionell die Chance erhalten, sich zu zeigen. Lediglich die in der Vorrunde bereits verletzten Roman Hauk und Tim Fahrenholz sind noch nicht ganz so weit. Der Cheftrainer klärt auf: "Sie werden beide individuell starten und dann hoffentlich zeitnah ins Mannschaftstraining zurückkehren können." Vizekapitän Hauk sehnt seine Rückkehr nach langwieriger Sprunggelenksverletzung besonders herbei. Der torgefährliche Innenverteidiger hat am 16. August seine letzte Partie bestritten.
Vier Testspiele sind bislang terminiert, ehe es am 21. Februar ernst wird. Der Pflichtspielauftakt steigt auswärts, die Fahrt könnte kürzer aber nicht sein. Rund drei Kilometer liegen zwischen dem Walldorfer Dietmar-Hopp-Sportpark und dem Hardtwaldstadion des SV Sandhausen, wo der erste Anpfiff 2026 erfolgt. "Das ist für jeden von uns ein richtig guter Start", sagt Schön und erläutert: "Da in diesem Derby jeder von Anfang an dabei sein will, geben die Jungs vielleicht noch ein, zwei Prozent mehr Gas in der Vorbereitung."
Das Zwischenzeugnis bis hierhin fällt jedenfalls sehr gut aus und lässt für die zweite Saisonphase, die nach 20 bereits absolvierten Partien "nur" noch 14 bis Mitte Mai bereithält, auf weitere starke Auftritte hoffen. Das zwölfte Regionalliga-Jahr besitzt das Potenzial, eines der besten überhaupt in der Walldorfer Vereinsgeschichte zu werden. Dass im Sommer ein Dreizehntes beginnt, gilt als sehr wahrscheinlich.
Walldorf soll ein Sprungbrett bleiben
Dann wieder mit der Möglichkeit für junge Fußballer, sich in Walldorf ins "Schaufenster" zu stellen. "Wir bieten talentierten Kickern immer wieder die Chance, sich bei uns optimal weiterentwickeln zu können." An Beispielen mangelt es nicht. Folgend nur drei: Andreas Müller hat in Darmstadt Bundesliga gespielt und ist nun beim KSC-Teamkollege von Kapitän Marvin Wanitzek, der ebenfalls schon in Walldorf gewirbelt hat. Torhüter Nicolas Kistof von der SV Elversberg klopft zumindest an der Bundesliga und besitzt nach seiner ersten Nominierung für die österreichische Nationalmannschaft die Chance auf eine WM-Teilnahme im Sommer in Nordamerika.
Zor kaum noch zu halten
Aktuell ist der Name Yasin Zor in aller Munde und schon längst über die Regionalliga hinaus. "Wir werden Yasin im Winter nicht abgeben", verrät Fürniß, der sich sehr über die Entwicklung des 20-Jährigen freut, "wir haben ihm das Sprungbrett geboten und er hat sich so eingebracht, wie wir das am Anfang gehofft haben."
Der technisch versierte Offensivmann gehört mit 18 Scorerpunkten zu den besten Regionalliga-Spielern und steht bei etlichen Profiklubs auf der "Wunschliste". Sein mit an Sicherheit grenzender Wechsel im Sommer in die 3., wenn nicht sogar 2. Liga, gehört zum natürlichen Reifeprozess, den Talente in Walldorf machen.