Man kann es drehen und wenden, wie man will. Im Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern wird die Luft für die zweite Mannschaft des FC Augsburg immer dünner. Im dritten Spiel der englischen Woche verloren die Schützlinge von Trainer Markus Feulner im Rosenaustadion vor 380 Zuschauern (darunter rund 100 Gästefans) gegen die Würzburger Kickers mit 0:1.
Derzeit hat der Nachwuchs des Bundesligisten 19 Punkte auf dem Konto, liegt knapp oberhalb des Relegationsplatzes, hat jedoch noch zwei Nachholspiele auf dem Programm. Gegen den Aufstiegsaspiranten aus Unterfranken boten die Gastgeber durchaus ordentlichen Fußball, ließen jedoch in der Offensive jegliche Durchschlagskraft vermissen. Das Unheil nahm für die Hausherren bereits nach zwei Minuten seinen Lauf. Da steuerte Florian Hangl mutterseelenallein auf das Tor der Gäste zu, konnte jedoch im letzten Moment geblockt werden. Die Szene war symbolisch für die gesamte Partie, denn auch der Gast aus dem Unterfränkischen erspielte sich Möglichkeiten, konnte diese aber zunächst auch nicht nutzen.
Farahnaks Fallrückzieher
Vielleicht lag's auch daran, dass die beiden Klubs seit 2008 eine Fanfreundschaft verbindet. Man unterstützt sich gegenseitig, feiert, besucht zusammen Spiele. Auch in der Rosenau waren die Besucher nicht getrennt, wobei der Augsburger Block ziemlich mager besetzt war, da die Bundesligaprofis fast zur selben Zeit in Dortmund gastierten und dort von 2.200 Anhängern aus der Fuggerstadt begleitet wurden.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste den Druck, doch der stark haltende FCA-Schlussmann Tobias Jäger war bei Distanzschüssen und Standards zur Stelle. Beim artistischen Fallrückzieher von Ebrahim Farahnak war er jedoch chancenlos (64.). "Solch ein Treffer ist mir noch nie gelungen", gab der im Iran geborene Matchwinner mit deutschem Pass in den Katakomben der Rosenau nach der Partie zu. Auch Augsburgs Trainer Markus Feulner schwärmte nach dem Schlusspfiff und sprach von einem Traumtor, "das muss man einfach zugeben."
Unterhaching wartet
Trotz der Niederlage wollte der ehemalige Profi mit den Seinen nicht allzu hart ins Gericht geben: "Wir haben ein enges und umkämpftes Spiel gesehen. In der ersten Hälfte gab es Torchancen auf beiden Seiten, und mit etwas Glück hätten wir in Führung gehen können. Wir waren insgesamt gut im Spiel, aber vor allem in der letzten Angriffszone ist uns zu wenig gelungen. Für uns geht es schon am Dienstag in Unterhaching weiter. Auch wenn es schwer wird, dort wollen wir gewinnen."
Strahlende Gesichter gab es dagegen beim Tabellendritten aus Unterfranken, dem am Saisonende schon der zweite Platz zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen reichen könnte, da Spitzenreiter 1. FC Nürnberg II bereits angekündigt hat, in der Regionalliga Bayern zu bleiben. "Es war ein umkämpftes Spiel gegen einen sehr gut ausgebildeten Gegner. Augsburg war spielerisch in einigen Phasen stark, aber wir haben uns gut in das Spiel gekämpft und unsere Chancen erarbeitet. Insgesamt waren wir sehr dominant. Es waren drei verdiente Punkte", erklärte Rothosen Coach Marc Reitmaier, den dieser Sieg allerdings nicht davor bewahren konnte, am Montag darauf seinen Job zu verlieren.
Hoffnung auf Onoda und Kastanaras
Bei der U 23 des FCA setzen die Verantwortlichen derweil im Kampf um den Klassenerhalt große Hoffnungen in die beiden Winter-Neuzugänge Ryoto Onoda und Thomas Kastanaras. Der 18-jährige japanische Stürmer kommt aus der College-Mannschaft des japanischen Erstligisten Cerezo Osaka und erhielt bei den Fuggerstädtern einen Vertrag bis 2030. Angreifer Kastanaras (27) kickte in der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart. Beim FCA wird der Druck in den kommenden Wochen nicht nachlassen. Einen Abstieg in die Bayernliga kann sich der Klub aus dem bayerischen Schwaben einfach nicht leisten.