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Aus Kritik wird Lob: Müller zeigt das, was Muslic erwartet

kicker

Wie schnell es im Fußball gehen kann, das weiß Kevin Müller mit seinen 34 Jahren nur zu gut. Der vom 1. FC Heidenheim ausgeliehene Vertreter des am Rücken angeschlagenen Loris Karius musste sich noch in der Vorwoche kritische Worte von seinem Trainer Miron Muslic anhören, nachdem er sich bei einem Abstoß "nicht an den Plan" gehalten hatte und Fürth in der Folge so zum zwischenzeitlichen 1:0 gekommen war (Endstand 1:1).

"Es ist seine Aufgabe als Trainer, auch zu kritisieren und Dinge ganz klar anzusprechen", blickte Müller sieben Tage später zurück. Die Kritik sei ohnehin "absolut gerechtfertigt" gewesen. "Das ist halt Fußball, du kriegst auch mal einen drauf." Und, auch das ist Fußball, in den meisten Fällen bekommt man die Chance, eine Antwort zu geben.

„Er hat ein sehr starkes Spiel gemacht und uns Sicherheit gegeben.“ (Miron Muslic)

So auch Müller, der am Freitagabend gegen Bielefeld (1:0) erneut für Karius einsprang. Und seinen Trainer diesmal zufriedenstellte. "Wir haben eine starke Feedbackkultur und eine Höchstleistungskultur hier auf Schalke", erklärte Muslic hinsichtlich seiner Kritik an Müller aus der Vorwoche. "Er hat geleistet und genau das gezeigt, was wir uns von ihm erwarten. Er hat ein sehr starkes Spiel gemacht und uns Sicherheit gegeben."

Ganz besonders tat er das in der Anfangsphase, als er Joel Grodowski zweimal in höchster Not stoppte. "Wenn man mit guten Aktionen in das Spiel startet, gibt einem das natürlich etwas", erklärte Müller. Dabei schmälerte auch der Fakt, dass Grodowski bei der ersten Situation im Abseits gestanden hatte, nicht das positive Gefühl.

Müller rückt das Team ins Zentrum

Fortan agierte Schalke wacher, ließ nur noch wenig zu. Und wenn, dann war Müller, der es auch mit dem Ball diesmal ordentlich machte, eben da. "Es tut auch gut, keine Frage", sagte der Schlussmann zu seiner eigenen Leistung, wollte aber viel lieber das Kollektiv in den Mittelpunkt rücken. "In erster Linie freue ich mich nicht, weil ich sage, dass ich ein geiler Typ bin, sondern weil wir durch die Leistung als Mannschaft wieder besser sind", erklärte Müller, der nicht müde wurde zu betonen: "Es geht nicht um mich persönlich, ich möchte der Mannschaft helfen."

Das tat er gegen die Arminia zweifelsohne, erstmals seit sieben Wochen hielten die Knappen wieder die Null. Etwas, was zuvor noch in zehn der ersten 18 Spiele gelungen war. "Das ist auch wichtig, denn das ist etwas, wofür diese Mannschaft und auch der Trainer steht."

„Er war nie ein Unsicherheitsfaktor. Im Gegenteil.“ (Ron Schallenberg)

Die Kollegen, das betonte Müllers Bus-Sitznachbar Ron Schallenberg, haben dem Keeper ohnehin vertraut. "Bei uns hat sich nie jemand Sorgen um Kevin Müller gemacht", sagte Schalkes Sechser über den Winter-Neuzugang, den er als "super Typ" bezeichnete. "In den ersten Spielen hat er gehalten, was er halten musste. Diesmal hat er sogar mehr als das gehalten. Man muss sich bewusst sein: Seine Kernkompetenz ist das Halten von Bällen."

Die Kritik kam jedoch wegen Unsicherheiten im Spiel mit dem Ball am Fuß auf. Daran sei Müller nicht allein schuld gewesen. "Der Mann hat ein halbes Jahr kein Spiel gemacht, kommt mit neuen Innenverteidigern zusammen und hat keine Vorbereitung mit ihnen. Da ist das ganz normal. Aber er war nie ein Unsicherheitsfaktor. Im Gegenteil", lobte Schallenberg seinen Kollegen, dessen gute Leistung ihn keineswegs überraschte. Und die ihren Anteil daran hatte, dass der FC Schalke 04 auch den 25. Spieltag der 2. Bundesliga als Spitzenreiter abschließt.