So richtig zufrieden war Linda Dallmann nicht: "Das war keine Glanzleistung. Wir wissen, dass nicht alles gepasst hat. Im letzten Drittel waren wir sehr ungenau und hatten viele Ballverluste. Dort können wir schon konsequenter spielen und uns mehr Chancen erarbeiten Da sind wir uns all einig", lautete Dallmanns durchwachsene Bilanz nach dem 3:0-Erfolg gegen den Hamburger SV am Mittwochabend im DFB-Pokal-Viertelfinale. Und die Mittelfeldspielerin des FC Bayern lieferte auch gleich eine Erklärung mit: "Nach der Nationalmannschafts-Pause brauchen wir immer etwas Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Am Wochenende müssen wir wieder eine Schippe drauflegen."
Trotz aller Selbstkritik bleibt aber festzuhalten, dass der Deutsche Meister und Bundesliga-Tabellenführer seine Aufgabe im Hamburger Volkspark vor 12.638 Zuschauern souverän gelöst hat und der Sieg zu keinem Zeitpunkt der Partie auch nur ansatzweise infrage stand. "Der HSV stand tief und kompakt, das hat es uns schwergemacht. Von daher war das Spiel ein bisschen zäh", meinte Dallmann, die sich auch lange schwer tat gegen die tief stehenden Hamburgerinnen, aber mit ihrer tollen Vorarbeit für Natalia Padilla-Bidas in der 88. Minute zum dritten Bayern-Treffer für das Highlight des Spiels sorgte.
Unter Barcala im Aufwind
Die 31-Jährige gehört in dieser Saison zu den auffälligsten Bayern-Spielerinnen und hat sich ihren Stammplatz zurückerobert. Das führt sie primär auf den Trainerwechsel im vergangenen Sommer zurück. Unter dem Norweger Alexander Straus bekam Dallmann deutlich weniger Spielzeit als sie es sich vorstellte. Auch die Europameisterschaft im vergangenen Jahr lief nicht wie erhofft für die Münchnerin. Gerüchte über einen Wechsel ins Ausland machten während des Turniers die Runde. Die Nationalspielerin soll schon auf dem Sprung zu Benfica Lissabon gewesen sein. Dallmann blieb. Und hoffte auf einen Re-Start unter dem neuen Bayern-Coach José Barcala. Die Rechnung ging auf: Der Spanier setzt auf Dallmann - und die dankt es ihrem Trainer mit guten Leistungen. "Man sieht auch, dass ich mir mehr zutraue. Ich bin auf einem guten Weg."
Neuer Vertrag? Dallmann überlegt
Das spiegelte sich auch in der Nationalmannschaft wider: Im ersten Qualifikationsspiel für die WM 2027 bot Dallmann beim 5:0-Sieg gegen Slowenien in Dresden am 3. März Zauberfußball und schoss auch ein Tor (kicker-Note: 1). "Das Spiel gegen Slowenien war gut fürs Selbstvertrauen. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht", erzählte Dallmann, deren Vertrag beim FC Bayern, für den sie seit 2019 spielt, nach der Saison ausläuft. Wird sie bleiben oder doch noch mal ins Ausland wechseln? "Wenn man älter wird, muss man sich überlegen, was man will und was einem wichtig ist. Welche Faktoren sprechen für oder gegen einen Verein?", fragt sie sich. "Mit José Barcala haben wir einen Trainer, der mir viel geschenkt hat in den letzten Monaten. Viel auch von dem gegeben hat, was ich als Spielerin vermisst habe. Das ist natürlich auch ein Faktor. Ich werde in den nächsten Wochen eine Entscheidung treffen." Das klingt alles nach einer guten Nachricht für den FC Bayern.