Tore: Doué (78.), Dembélé (90.+6)
Wahnsinnspiel mit dem besseren Ende für Paris Saint-Germain! Der FC Bayern München war über weite Strecken überlegen, doch die Franzosen waren vor dem Tor effizienter. Im letzten Spiel von Thomas Müller im Bayern-Trikot musste sich der deutsche Rekordmeister mit 0:2 beugen.
Diese Partie brachte viel oder sogar mehr von dem, was sich alle von ihr erhofft hatten: Tempo, Zielstrebigkeit und bedingungsloses Gegenpressing. Bayern schaffte es in der ersten Viertelstunde, das Spiel weitestgehend in die Hälfte von Paris zu verlagern, gute Chancen sprangen dabei aber nicht heraus.
Es war tatsächlich eher so, dass Bayern zwar mehr vom Ball hatte, Paris nach Kontern aber bessere Abschlussgelegenheiten bekam. Beim Abschluss von Fabian Ruiz war definitiv mehr drin (22.) und danach musste Manuel Neuer alles aufbieten, um Khvicha Kvaratskhelia am 1:0 zu hindern (32.).
Dazwischen ließ Gianluigi Donnarumma auf der Gegenseite mit einer Glanzparade gegen den Rechtsschuss von Olise aufhorchen (27.), außerdem wurde Bayern nach einem Kopfball von Harry Kane gefährlich, nachdem Kingsley Coman eine herausragende Vorarbeit geliefert hatte (39.).
Bayern investierte auch in der Schlussphase der ersten Halbzeit einen hohen Aufwand, belohnte sich aber nicht. Das lag nicht zuletzt an Donnarumma, der eine gefährliche Hereingabe von Aleksandar Pavlovic gerade noch aus dem Eck fischen konnte.
Die letzte Aktion vor der Pause stand im totalen Kontrast zu einem ansonsten unterhaltsamen Spiel: Bei einem Zusammenprall mit Donnarumma verletzte sich Musiala so schwer, dass er vom Platz getragen werden musste.
Mit dem Seitenwechsel fiel fast das 1:0 für die Franzosen: Bradley Barcola war nach einem Abstimmungsfehler der Bayern-Defensive frei durch, fand aber seinen Meister gegen den bärenstarken Neuer.
Bayern antwortete in der nächsten Phase mit zwei Chancen von Olise, richtig brenzlig wurde es aber erst wieder in der 74. Minute, als Neuer vor dem eigenen Strafraum unter Bedrängnis den Ball nicht richtig loswurde. Dembélés Abschluss auf das leere Tor ging aber knapp am Pfosten vorbei.
Vier Minuten später durfte PSG jubeln: Ausgerechnet Désiré Doué, der beim Champions-League-Triumph Ende Mai in München als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde, zog von rechts nach innen und schloss mit links in die kurze Ecke ab – Neuer wurde auf dem falschen Fuß erwischt.
Die Reaktion auf den Rückstand der Bayern fiel gut aus. Mit dem eingewechselten Müller gab es mehrere vielversprechende Angriffe, es fehlte aber ein präziser Abschluss.
Die Schlussphase wurde hektisch: Zunächst erhielt Willian Pacho auf Seiten von PSG die Rote Karte (81.), doch Bayern rannte erfolglos an. Zu Beginn der sechsminütigen Nachspielzeit wurde auch Lucas Hernandéz vom Platz gestellt – aber auch zu neunt wusste Paris das Spiel zu entscheiden. Nach einem Konter legte Achraf Hakimi für Dembélé auf, der überlegt ins lange Eck abschloss.
"Es war ein sehr intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen. Aber das gehört zum Fußball dazu – in solchen Spielen muss man auf dem Platz alles geben und hart kämpfen. Wir haben heute erneut großen Teamgeist gezeigt. Der Sieg war das Wichtigste. Wir hatten zu Saisonbeginn gegen sie verloren, deshalb war es auch wichtig, uns zu revanchieren. Dieser Sieg heute macht uns sehr glücklich."
Désiré Doué, Stürmer Paris Saint-Germain bei DAZN
"Das waren zwei Topmannschaften. Am Ende werden solche Spiele in Momenten entschieden. Wir hatten diese nicht auf unsere Seite und so verliert man ein Spiel dann. Wir haben nie aufgegeben und ich habe bis zum Schluss geglaubt, dass wir das 1:1 machen. Wir hätten das zweite Gegentor verhindern können, da sind wir vielleicht ein wenig zu blind nach vorne gelaufen."
Konrad Laimer, Verteidiger Bayern bei DAZN
"Das muss man erst einmal schlucken. In diesem Spiel war alles drin. Wir haben gut gespielt und super dagegengehalten. In der ersten Halbzeit hatten wir sie im Griff. Unser Spiel hat sie dazu gebracht, in der zweiten Halbzeit Risiken rauszunehmen. Sie haben viel mehr mit langen Bällen gespielt. Am Ende muss man das nackte Ergebnis sehen. Bei uns haben sich ein oder zwei Fehler eingeschlichen, aber wir hatten auch gute Gelegenheiten. Für können uns für ein gutes Spiel nichts kaufen. Wir waren so fokussiert auf das Weiterkommen und jetzt die Koffer packen zu müssen ist echt bitter."
Thomas Müller, Angreifer Bayern bei DAZN
"Rote Karten sind immer kleine Fehler, die wir abstellen müssen. Es sind genau diese Details, die am Ende den Unterschied machen. Wenn du einen Spieler mehr oder weniger hast, verändert das sehr viel im Spiel. Nach den Roten Karten habe ich meine Mitspieler angeschaut. Ich habe gesehen, dass alle gesagt haben: Wir verteidigen das bis zum Ende. In dem Moment war ich sicher, dass wir dieses Spiel gewinnen werden. Man hat die Einstellung gesehen. Selbst mit zehn, selbst mit neun Spielern haben wir weiter versucht, Fußball zu spielen. Wir haben sogar mit weniger Spielern noch das zweite Tor gemacht. Genau das ist die Mentalität dieser Mannschaft. Unser Trainer hat daran sehr intensiv gearbeitet."
Marquinhos, Kapitän Paris Saint-Germain bei DAZN
"Wir haben das getan, was nötig war, um den Sieg zu holen. Darüber sind wir sehr glücklich. Wir haben heute wirklich eine starke Leistung gezeigt und ein sehr gutes Spiel gemacht. Ich möchte noch etwas zu Musiala sagen. Ich denke, es war heute ein sehr schwieriger Moment für ihn. Ich möchte ihm meine Unterstützung aussprechen. Ich hoffe, er ist bald zurück und wir sehen ihn schnell wieder auf dem Platz."
Achraf Hakimi, Verteidiger Paris Saint-Germain
Desire Doué (Paris Saint-Germain)