"Es ist so schön, man sieht, was es uns bedeutet, was es unseren Fans bedeutet. Wir sind glücklich", sagte ein freudestrahlender Bukayo Saka nach Abpfiff des 1:0-Sieges bei Prime Video und meinte, dass der Sieg hart erarbeitet war. "Es ist leichter gesagt als getan, es war ein Spiel unter hohem Druck, beide Mannschaften bedeutete es viel. Aber wir haben es geschafft, das Spiel gut zu managen und ins Finale zu kommen."
"Es war nicht leicht", ergänzte dann auch Abwehrmann William Saliba und stellte fest, dass es die Gunners "gut gemacht haben und verdient im Finale" stehen. Angesprochen auf den "Beastmode", den Trainer Mikel Arteta im Vorfeld gefordert hatte, zeigte sich der Franzose auch zufrieden. Er erklärte auch, was unter diesem Bestienmodus zu verstehen ist: "Du musst jedes Duell gewinnen - defensiv wie offensiv" - und die Londoner haben das nicht nur zu seiner Zufriedenheit getan.
Am Ende war der Sieg verdient, wie auch Atleticos Schlussmann Jan Oblak zugab. "Wir hatten vielleicht zu viel Respekt und hatten in der ersten Halbzeit Angst, zu spielen", beklagte sich der Slowene und stellte fest, dass es nach Wiederanpfiff besser wurde. Da lag man aber bereits in Rückstand, ein Umstand, der ihn ärgerte, denn "es sieht so aus, dass wir immer abwarten, bis wir ein Gegentor kassieren, ehe wir anfangen, zu spielen. Wir haben verdient verloren."
Auf die Defensive ist Verlass
Die Defensive war auch diesmal der Schlüssel zum Erfolg, wie auch schon in der gesamten CL-Saison. Die Londoner haben in 14 Spielen nur sechs Gegentore schlucken müssen und stellen damit die klar beste Abwehr. Das hatte dann auch entsprechende Folge für Madrid. Erstmals in der Geschichte scheiterten die Colchoneros in einem europäischen Halbfinale an einem englischen Klub, 2009/10 hatten sie sich gegen Liverpool in der Europa League, 2013/14 gegen Chelsea in der Champions League sowie 2017/18 gegen Arsenal in der Europa League durchgesetzt.
Dass diesmal die Gunners die Oberhand behielten, lag auch an Saka, dem in der 45. Minute das Tor des Abends gelang. Es war sein 81. Tor überhaupt für Arsenal und ein sehr Spezielles? "Womöglich", meinte der 24-Jährige und betonte, dass es "definitiv" zu seinen wichtigsten Treffern gehört. Dass bei seinem Treffer auch eine ordentliche Portion Glück dabei war, war dem englischen Nationalstürmer auch klar, es sei aber auch eine Frage der Qualität. "Manchmal springt er zu dir, manchmal nicht, aber du musst da sein", so Saka: "Ich habe mein Tor gemacht und wir gehen ins Finale."
Bayern oder PSG? Egal!
Und dort geht es nun entweder gegen den FC Bayern München oder Paris St. Germain. Saliba hat dabei keine Präferenz. "Um ehrlich zu sein, es ist mir egal, beide sind so gut", sagte der Franzose, während Saka mit Blick auf Arsenals Saison noch einen Wunsch äußerte: "Es ist eine wunderschöne Geschichte und ich hoffe, sie endet gut in Budapest."
An Zuversicht mangelt es den Londonern jedenfalls nicht, wie auch Declan Rice weiß: "Wenn man bedenkt, wo dieser Verein in den letzten Jahren stand - mit den knappen Niederlagen in der Premier League und dem Ausscheiden aus den Pokalwettbewerben -, dann können solche Dinge einem schon zusetzen. Der Trainer hat die volle Kontrolle übernommen, wir haben weiter am Aufbau gearbeitet und den Kader qualitativ verstärkt. Wir haben uns gegenseitig immer wieder angespornt, und sowohl in diesem Wettbewerb als auch in der Premier League haben wir Vollgas gegeben und befinden uns nun, weniger als einen Monat vor Schluss, in einer sehr guten Position."