Bereits im November 2024 waren Maßnahmen gegen Olympique Lyon verhängt worden. Darunter: eine Transfersperre und der provisorische Zwangsabstieg.
Sieben Monate später wurde aus dem Provisorium nun Realität: Wie die Profifußballliga (LFP) am Dienstagabend bekanntgegeben hat, wird der hochverschuldete Klub von der Nationalen Kontroll- und Verwaltungsdirektion (DNCG) wegen Verstößen gegen die Finanzauflagen in die Ligue 2 zurückgestuft.
Bei einer Anhörung am Dienstagnachmittag blieben Lyons Versuche, die französische Finanzaufsichtsbehörde davon zu überzeugen, die im November verhängten Maßnahmen aufzuheben, ohne Erfolg. So muss der siebenmalige französische Meister (alle Titel am Stück zwischen 2002 bis 2008) den bitteren Gang in die Ligue 2 antreten.
Lyon, das in der vergangenen Saison auf Platz 6 landete und sich somit für den Europapokal qualifizierte, wird damit erstmals seit 1989 im Oberhaus des französischen Fußballs fehlen.
Finanziell lukrative Abgänge helfen nicht
Durch das Urteil ist auch der OL-Besitzer John Textor mit seinem Versuch gescheitert, den Verein in finanziell ruhigeres Fahrwasser zu leiten. Vor der Entscheidung hatte sich der US-Geschäftsmann noch zuversichtlich gezeigt. "Alles ist finanziell solide", sagte der Vorsitzende der Eagle Football Holding.
„In den vergangenen Monaten haben wir eng mit der DNCG zusammengearbeitet und all ihre Forderungen mit Kapitalbeteiligungen erfüllt, die die geforderten Beträge übersteigen.“ (Olympique Lyon)
Erst im Januar und nach einer Finanzspritze in Höhe von 83 Millionen Euro war eine Einigung mit den Gläubigern des Klubs erzielt worden. Ein freiwilliger Abfindungsplan für rund 100 Mitarbeiter und der Abgang hochkarätiger Spieler wie Klub-Ikone Alexandre Lacazette (vereinslos) oder Rayan Cherki (Manchester City) waren weitere Sparmaßnahmen.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht derweil noch: Olympique Lyon kann Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Sollte es letztlich beim Zwangsabstieg bleiben, könnte das sportlich abgestiegene Stade Reims profitieren, das als Tabellen-16. in die Relegation musste und dort dem FC Metz unterlag (1:1, 1:3 n. V.).
Lyon will in Berufung gehen
In einer Mitteilung auf der Vereinswebsite bezeichnete OL inzwischen die Entscheidung auch als "unverständlich" und kündigte an, unverzüglich Berufung einzulegen. "In den vergangenen Monaten haben wir eng mit der DNCG zusammengearbeitet und all ihre Forderungen mit Kapitalbeteiligungen erfüllt, die die geforderten Beträge übersteigen", heißt es in der Mitteilung. Die Liquiditätslage des Klubs hat sich demzufolge "erheblich verbessert - und wir verfügen über mehr als ausreichende Mittel für die Saison 2025/26".