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Bewährungsstrafen für Agnelli und Nedved im Juve-Prozess

kicker

Es war ein Finanz-Skandal rund um Juventus Turin, der sich über Monate hinweg gezogen und zunächst für einen 15-Punkte- und schlussendlich einen 10-Punkte-Abzug für die Alte Dame in der Serie A gesorgt hatte. In der Folge verpasste Juve die Champions League. Es ging um fingierte Spielerbewertungen und Bilanzfälschungen. Nun fand die Affäre auch ein juristisches Ende.

Denn im Prozess um falsche Buchführung bei Juve ist die einstige Vereinsspitze um Andrea Agnelli und den früheren Weltklassefußballer Pavel Nedved mit Bewährungsstrafen belegt worden. Die Urteile kamen im Rahmen einer Vereinbarung zur Beilegung des Verfahrens am Montag in Rom zustande.

Der ehemalige Klub-Präsident Agnelli wurde wegen der Vorgänge aus den Jahren 2019 bis 2021 zu 20 Monaten auf Bewährung verurteilt, auch die Urteile gegen den einstigen Vizepräsidenten Nedved (14 Monate) sowie den ehemaligen Sportdirektor Fabio Paratici (18 Monate) werden nicht vollstreckt. Der frühere Geschäftsführer Maurizio Arrivabene wurde hingegen freigesprochen.

Nach italienischem Recht kein Schuldeingeständnis

"Die Entscheidung, die Anwendung der Strafe zu beantragen, war zweifellos eine schwierige", schrieb Agnelli am Montag auf X. Wie die übrigen ehemaligen Funktionäre bestreitet auch er ein Fehlverhalten, die Vereinbarung ist nach italienischem Recht kein Schuldeingeständnis: "Doch nach intensiver Überlegung bin ich überzeugt, dass es der angemessene Weg ist."

Noch während der Saison 2022/23 kam es auch zu personellen Konsequenzen. Agnelli trat Ende 2022 gemeinsam mit dem Rest des Vorstands um Vizepräsident Nedved zurück. Der langjährige tschechische Nationalspieler trug von 2001 bis 2009 das Juve-Trikot und gewann 2003 sogar den Ballon d'Or.

Das Verfahren gegen die ehemalige Juve-Spitze war im Jahr 2021 eingeleitet worden. Die Anklagen behandelten die künstliche Aufblähung der Gewinne aus Transfers und die Irreführung von Behörden und Investoren über den vermeintlichen Gehaltsverzicht der Profis während der Corona-Pandemie. Demnach hätten die Beschuldigten 23 Profis einen Teil ihres Salärs trotz des offiziellen Verzichts durchs Hintertürchen doch noch gewährt.