Vier Tore in einer Halbzeit hat der Bischofswerdaer FV in der Oberliga NOFV-Süd auch noch nicht so oft geschossen. Insofern ist der Mannschaft am 11. Spieltag mit dem 5:2-Sieg nach 1:2-Pausenrückstand beim VfB Empor Glauchau eine eindrucksvolle Bestätigung des jüngsten Aufwärtstrends gelungen. Mit zehn Punkten aus den vergangenen vier Spielen konnte sich die Elf von Trainer Frank Rietschel etwas Luft zu den Abstiegsplätzen verschaffen. "Es war eine gute Stunde lang ein enges Spiel in Glauchau. Aber ab unserem Tor zum 2:2 geht das Ergebnis auch so in Ordnung. Es war der Nachweis, dass wir jetzt wieder eine Grundstabilität in der Mannschaft haben und Vertrauen in unser Spiel besitzen", sagt der Coach.
Bischofswerda hatte zwar am 2. Spieltag dem inzwischen mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle anführenden SC Freital die bis heute einzige Saisonniederlage beigebracht, darüber hinaus waren zu Saisonbeginn aber die Ergebnisse ausgeblieben. Nach nur vier Punkten aus den ersten sieben Spielen fand sich der Staffelsieger von 2024, der damals auf den Aufstieg in die Regionalliga verzichtet hatte, Ende September auf dem vorletzten Platz wieder. Das sorgte für eine gewisse Unruhe im Umfeld und nagte auch am erfahrenen Trainer. "Es gibt immer kritische Phasen während einer Saison. Aber zu Beginn kann man das überhaupt nicht gebrauchen. Da ist dann auch viel Kopfarbeit nötig, weil die Lockerheit verloren geht und du aufpassen musst, dass du nicht in eine Abwärtsspirale gerätst", erklärt Rietschel.
Ruhe bewahrt
Beim Bischofswerdaer FV bewahrten Verein, sportliche Leitung und Trainerteam die Ruhe. Dafür gab es mehrere Gründe: Einerseits hatten in den ersten Spielen einige Stammkräfte insbesondere in der Abwehr verletzungs- und berufsbedingt gefehlt. Zudem musste sich die Mannschaft nach neun Abgängen und zehn Zugängen in der Sommerpause ein Stück weit erst finden.
Eine wichtige Rolle spielte aber auch, dass abgesehen vom 0:6 beim VfL Halle (Rietschel: "Da haben wir naiv gespielt und sind ins offene Messer gerannt“) einige Punkte liegen gelassen wurden. Der Trainer denkt zum Beispiel an die beiden knappen Heimniederlagen gegen den RSV Eintracht und gegen Halberstadt: "Da war in einigen Momenten das Spielglück einfach nicht auf unserer Seite." Dennoch hatte er nie den Eindruck, dass sich die Mannschaft hängen lässt: "Die Jungs haben im Training immer Vollgas gegeben."
Das zahlte sich im Oktober aus, als Bischofswerda zunächst das Kellerduell beim FC Grimma 3:2 für sich entschied und sich eine Woche später auch im Sachsenpokal einen emotionalen Höhepunkt verschaffte: Beim Liga-Rivalen Bautzen gab es einen 2:1-Sieg in der Verlängerung. In der Liga folgte der Nullnummer in Heiligenstadt dann mit dem 3:1 gegen Stendal auch der lang ersehnte erste Heimsieg.
Die dürftige Bilanz im eigenen Stadion will das Team am 8. November auch im nächsten Spiel gegen Einheit Wernigerode aufpolieren. Rietschel rechnet beim Duell Zehnter gegen Elfter mit einem Spiel auf Augenhöhe. "Wir wollen jetzt natürlich dranbleiben und weiter Punkte einsammeln. Dafür müssen wir an die Leistung der vergangenen Spiele anknüpfen."