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Bocholts Suche nach einem "unverbrauchten Trainer mit Ausstrahlung"

kicker

Den bisherigen Saisonverlauf in der Regionalliga West bezeichnet Ludger Triphaus (75), gerade wiedergewählter Präsident des 1. FC Bocholt, als "suboptimal". Die Westmünsterländer, die vor Saisonbeginn als einer der heißesten Aufstiegsaspiranten gehandelt worden waren, gewannen nur sechs von 18 Partien und überwintern mit 22 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz, 15 Zähler von der Spitze entfernt. Zuletzt setzte es gar vier Niederlagen nacheinander.

Zwar betont Triphaus, "dass bei uns intern niemand das Ziel des Aufstiegs ausgegeben hat und wir vielmehr von der Konkurrenz in eine vermeintliche Favoritenrolle gedrängt wurden". Dennoch räumt auch der langjährige Vereinschef, der bereits seit 2013 im Amt ist, ehrlich ein, dass die aktuelle Ausbeute "enttäuschend" ist. Schließlich war der Vizemeister von 2024 im Sommer auf dem Transfermarkt recht aktiv, hatte einige vielversprechende und erfahrene Neuzugänge wie Jonas Carls (SV Sandhausen), Max Jansen (FC 08 Homburg), Patrick Kurzen (SV Rödinghausen) oder auch Arnold Budimbu und Stipe Batarilo (beide Fortuna Köln) verpflichtet. Im Herbst kam dann noch Marlon Frey (zuletzt TSV 1860 München).

Von Beginn an fehlte jedoch die Konstanz. Auf Erfolgserlebnisse folgten immer wieder Rückschläge, am heimischen Hünting gingen vier von neun Partien verloren. Nach Abschluss der Hinserie warf schließlich Ex-Profi Christopher Schorch (36) als Teamchef das Handtuch, bleibt dem Verein aber als Sport-Geschäftsführer erhalten. Das begrüßt Ludger Triphaus ausdrücklich. "Ich kann vor Christopher nur den Hut ziehen", betont der Präsident. "Er hat sich nicht in die Trainerrolle gedrängt, sondern wurde von uns gebeten. Es ist schade, dass es nicht so funktioniert hat, wie wir es uns alle vorgestellt hatten. Mit dem Schritt, das Amt zur Verfügung zu stellen, hat er Größe bewiesen. Wir alle sind sehr froh, dass wir weiterhin auf seine Erfahrung, Kompetenz und sein großes Engagement bauen können. Er hat dem Verein in den letzten Jahren einen riesigen Schub gegeben."

Wunsch nach "unverbrauchten Trainer mit Ausstrahlung"

Nun ist Schorch zunächst einmal gefordert, seinen eigenen Nachfolger an der Seitenlinie zu finden. "Es wurden bereits einige Gespräche geführt, noch haben wir uns aber auf keinen Kandidaten endgültig festgelegt", erklärt Ludger Triphaus, lässt jedoch durchblicken, dass möglichst noch vor Weihnachten der künftige Cheftrainer vorgestellt werden soll. Schließlich ist die erste Trainingseinheit im neuen Jahr bereits für den 2. Januar geplant. Nur vier Tage später steigt das erste Testspiel beim benachbarten Oberligisten SV Biemenhorst.

Triphaus wünscht sich einen "unverbrauchten Trainer mit Ausstrahlung", der das Team nach der Winterpause zumindest noch auf "Platz 5 bis 8" führen und vor allem attraktiven Fußball spielen lassen soll, um die durchaus begeisterungsfähigen Fans (Zuschauerschnitt 2.083) weiterhin bei der Stange zu halten. Dass der Traditionsklub auch für ambitionierte Trainer attraktiv ist, zeigen "40 bis 45 Bewerbungen", die am Hünting nach dem Schorch-Rücktritt eingegangen waren.

Ludger Triphaus deutet an, dass es im Winter auch noch die eine oder andere Kaderveränderung geben könnte, "wenn uns unzufriedene Spieler wegen ihrer geringen Einsatzzeiten verlassen wollen". Klar ist bereits, dass es mindestens zwei interne "Neuzugänge" geben wird. Schließlich fehlte Angreifer Thomas Gösweiner (30) wegen eines Achillessehnenrisses während der gesamten Hinrunde. Mittelfeldspieler Max Jansen (32) kam wegen hartnäckiger Knieprobleme lediglich zu einem Einsatz.

Auch wenn die Spitzenplätze für die laufende Spielzeit außer Reichweite sind, rüstet sich der einstige Zweitligist außerhalb des Platzes längst für eine mögliche Rückkehr in den Profifußball. Durch Umbaumaßnahmen wurde die Kapazität des Stadions bereits auf 2.700 Plätze erhöht, eine neue Flutlichtanlage ist installiert. Im Sommer folgt der Einbau einer Rasenheizung, die - genau wie das Flutlicht - auch von der Stadt Bocholt gefördert wird. Dazu ist gemeinsam mit Sponsoren der Neubau einer Sitzplatztribüne geplant, mit der die Anforderungen des DFB für die 3. Liga (mindestens 5.000 Plätze) erfüllt werden könnte. "Wir schaffen die notwendige Infrastruktur, um in den nächsten Jahren möglichst auch eine nachhaltige sportliche Entwicklung einleiten zu können", so Präsident Triphaus. Sport-Geschäftsführer und Ex-Teamchef Christopher Schorch soll dabei auch in Zukunft eine zentrale Rolle einnehmen.