Botafogo ist einer von sechs Vertretern der CONMEBOL bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™, nachdem der Klub in Brasilien erneut die Vormachtstellung übernommen hat. Die Teilnahme ist sicherlich hoch verdient für ein Team, aus dem einige der größten Stars der brasilianischen Seleção hervorgegangen sind.
Die FIFA beleuchtet die Qualifikation und Geschichte eines Klubs, der in Rio de Janeiro eine Institution ist.
Botafogo hat sich mit dem Gewinn der Copa Libertadores 2024 als letztes Team die Qualifikation für die Klub-WM gesichert. Der Klub errang den Titel des prestigeträchtigen Turniers mit einem Sieg im spannungsgeladenen Finale gegen Atlético Mineiro. Dabei musste Bota gleich in der ersten Spielminute den Platzverweis von Mittelfeldakteur Gregore verkraften, konnte das rein brasilianische Duell aber dennoch mit 3:1 für sich entscheiden. Der Klub aus Rio löste damit Jubelstürme bei seinen Fans aus, die zahlreich ins ausverkaufte Monumental-Stadion in Núñez (Buenos Aires) geströmt waren.
Botafogo FR oder Botafogo de Futebol e Regatas ist aus zwei Klubs des gleichnamigen traditionsreichen Stadtviertels von Rio de Janeiro hervorgegangen und hat seinen Sitz zwischen zwei berühmten Wahrzeichen der Stadt: dem Cristo Redentor im Westen und der Guanabara-Bucht im Osten, mit Aussicht auf den Zuckerhut.
Zunächst wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Club de Regatas Botafogo gegründet, der sich dem Rudersport widmete. Dann folgte 1904 die Gründung des Botafogo Football Club, der sich anfänglich Electro Club nannte. Die beiden Klubs traten über 38 Jahre in zahlreichen Sportarten gegeneinander an, bevor sie 1942 fusionierten.
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Fußballklub schon bedeutende Erfolge zu verbuchen und von 1932 bis 1935 unter anderem vier Mal in Folge die Meisterschaft des Bundesstaates Rio de Janeiro gewonnen. Den sportlichen Höhepunkt erlebte Botafogo jedoch in 1950er- und 1960er-Jahren, einer "goldenen Ära" des brasilianischen Fußballs. Damals liefen so viele Stars im schwarz-weißen Trikot auf, dass es sich schwierig gestaltete, einige von ihnen für diesen Artikel auszuwählen.
Das legendäre Maracanã-Stadion war bereits errichtet, als O Glorioso gemeinsam mit dem FC Santos den Grundstock des brasilianischen Nationalteams stellte, das 1958 und 1962 Weltmeister wurde. Mit Garrincha auf der einen und Pelé auf der anderen Seite lieferten sich diese beiden Klubs darüber hinaus unvergessliche Duelle. Der Spitzenklub aus Rio war auch in der brasilianischen Auswahl gut vertreten, die 1970 in Mexiko die Konkurrenz in den Schatten stellte – unter dem Kommando von Mario Zagallo, einem großen Vereinsidol.
Ein kleines Detail am Rande: In der Qualifikation war die Seleção von einer weiteren Legende Botafogos trainiert worden, nämlich vom Journalisten João Saldanha. Auf diesen Höhenflug folgte jedoch eine lange Durststrecke von 20 Jahren ohne Titelgewinn, die erst 1989 mit dem Gewinn der Staatsmeisterschaft von Rio de Janeiro endete. 1995 folgte dann mit dem formstarken Stürmer Túlio der Gewinn des zweiten nationalen Titels. In den folgenden Jahrzehnten durchlebte der Klub erneut eine Krise und stieg sogar zweimal in die Série B ab. Nach der Ausgliederung der Fußballabteilung als Aktiengesellschaft (Sociedade Anônima do Futebol – SAF) ging es dann wieder bergauf und Botafogo spielte wieder um die großen Titel mit.
Der "Engel mit krummen Beinen" (so genannt, weil er ein O- und ein X-Bein hatte) verlieh dem Trikot mit der Rückennummer sieben bei Botafogo ein besonderes Gewicht, vergleichbar vielleicht nur mit der Nummer zehn von Pelé beim FC Santos. Von 1953 bis 1965 erzielte der rechte Außenstürmer für den Klub in 612 Spielen mehr als 245 Tore und begeisterte die Massen im Maracanã mit seinem unberechenbaren und erfolgreichen Spiel, seiner Respektlosigkeit und Genialität. Dabei führte er eine legendäre Angriffsabteilung an, in der auch die Weltmeister Amarildo und Zagallo sowie der Toptorjäger Quarentinha vertreten waren. Sie alle wurden von einer weiteren Legende der Seleção, dem Mittelfeldakteur Didi, mit mustergültigen Pässen bedient.
Aufgrund seines großen Taktikverständnisses und der kompletten Beherrschung seiner Position auch als "Enciclopédia do Futebol" (Fußballlexikon) bekannt, ist der ehemalige Außenverteidiger Namensgeber des Stadions von Botafogo. Schließlich spielte er 16 Jahre lang mit dem Sternwappen auf der Brust und konnte in seiner ersten (1948) und letzten (1964) Profisaison mit dem Klub Titel gewinnen. Insgesamt bestritt der 723 Spiele für Botafogo.
Ihm kam die Ehre und die schwierige Aufgabe zu, Garrincha im Angriff Botafogos zu ersetzen. Nur einem Spieler mit dem Talent des "Furacão" (Wirbelsturm) konnte dies gelingen. Mit seinem schnellen Antritt und seinem herausragenden Können im Abschluss erzielte er für die Schwarz-Weißen 189 Tore in 412 Spielen. Damit avancierte er in den 1960er-Jahren an der Seite von Gerson im Mittelfeld und Paulo Cezar Caju im Angriff zum Aushängeschild einer weiteren Erfolgsgeneration von Botafogo.
Der Kartenverkauf hat begonnen und hier können sich Fans Tickets bestellen. Weitere Einzelheiten zu den Klubfantickets werden von den jeweiligen Klubs zu gegebener Zeit bekannt gegeben.
Alle 63 Spiele werden live und kostenlos auf DAZN übertragen. Die Vereinbarung zwischen der FIFA und der Streamingplattform wurde Anfang Dezember 2024 bekannt gegeben.