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Braunschweigs Aydin hat "Herz wie ein Bergwerk" - Nkoa "braucht Sauerstoffzelt"

kicker

Seit diesem Sommer ist Mehmet Aydin bei Eintracht Braunschweig und absolvierte seine ersten vier Spiele im Trikot der Löwen auf der rechten Schiene. Mit Anpfiff des Heimspiels gegen Bielefeld nahm der 23-Jährige jedoch nicht auf seiner angestammten rechten Seite Aufstellung, sondern auf der linken.

In der vergangenen Saison hatte Aydin bei Schalke auch ausnahmslos die rechte Seite beackert, doch sein Trainer Heiner Backhaus musste aufgrund der Not in der Abwehr kreativ werden. Louis Breunig fehlte nach seiner Roten Karte gegen Karlsruhe, Frederik Jäkel fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. Und weil Kapitän Sven Köhler wie schon im Pokal gegen Stuttgart im Mittelfeldzentrum begann, fiel die Wahl auf Aydin.

"Er hat ein Herz wie ein Bergwerk", lobte Backhaus nach dem 1:1 gegen die Arminia. "Er geht hier richtig auf, weil er Verantwortung und Vertrauen bekommt und ihm kann man vertrauen."

Als Backhaus nach rund einer halben Stunde seine ursprüngliche Aufstellung anpasste, Köhler in die Dreierkette beorderte, rutschte Aydin kurzzeitig ins Mittelfeld - erst auf die rechte Bahn, dann mit der Hereinnahme von Fabio Kaufmann auf die Sechs. Als Lukas Frenkert dann kurz nach der Pause nach einer Klärungsaktion nicht mehr weitermachen konnte, erfolgte ein neuerlicher Positionswechsel für Aydin. Es ging zurück in die defensive Reihe, diesmal aber auf "seine" rechte Seite.

"Er hat sich auf jeden Zweikampf gefreut. Das ist ja genau diese Gier, die wir reinbringen wollen. Sinnbildlich für die ganze Mannschaft, er war unser bester Spieler heute", ordnete Backhaus weiter ein, der auch insgesamt den Einsatz seines Teams nach dem kräftezehrenden Pokalauftritt hervorhob.

Voran ging dabei Aydin, der insgesamt 13 Zweikämpfe bestritt, gemeinsam mit Johan Gomez der beste Wert nach Erencan Yardimci (14). 69,2 Prozent der Duelle gewann Aydin zudem. Trotz allem Aufreibens hatte Backhaus bei Aydin "das Gefühl, dass er heute noch eine halbe Stunde weiterspielen hätte können". Und sicherlich noch einen weiteren Positionswechsel mitgemacht hätte.

Sauerstoffzelt für Nkoa

Damit Aydins Wechselspiel eine Ausnahme bleibt, wurde am Freitag Patrick Nkoa verpflichtet. Backhaus kennt den 26-jährigen Verteidiger bereits aus Aachen. "Er hat sein letztes Spiel mit Alemannia Aachen im Landespokal gegen Viktoria Köln im Mai gemacht, damals kannte ich Benni Kessel (Braunschweigs Sport-Geschäftsführer, Anm. d. Red.) noch gar nicht", holte Backhaus zunächst etwas aus. Danach seien nur wenige Trainingseinheiten dazugekommen. Drei Monate später sind beide nun wieder vereint in Braunschweig, wo Nkoa in der 69. Minute debütierte.

"Er hat Zweikämpfe gewonnen, hat jeden Ball sauber geklärt, war sofort da und braucht jetzt ein Sauerstoffzelt", bewertete Backhaus den Kaltstart und betonte: "Ich vertraue ihm." Der 43-Jährige wisse zwar, "dass ich von ihm keinen Spielaufbau à la Köhli bekommen werde", wohl aber, "dass er einfach verteidigen kann".

Gerade im Hinblick auf Frenkerts Ausscheiden, der schon im Pokal von Krämpfen geplagt wurde und sich nach seiner Klärung erst an den Oberschenkel gefasst hatte, ehe er nur gestützt das Feld verlassen könnte, ist eine weitere Option in der Verteidigung für Backhaus "goldwert". Auch weil Sechser Max Marie angeschlagen vom Platz musste.