Mats Facklam traf mit einem Kopfball noch die Latte und Julian Boccaccio per Freistoß die Latte, doch ein weiterer Treffer gelang den Oldenburgern in der Nachspielzeit nicht. "Wir hatten alles unter Kontrolle und auch die Chancen, das Spiel zu gewinnen. Aber wir haben diese nicht genutzt. Das wurde uns zum Verhängnis", sagte Dario Fossi zum 2:2 seiner Mannschaft gegen den Bremer SV.
Vor allem ärgerte den Oldenburger Coach, dass Schiedsrichter Alexander Roj vor dem gegen Marc Schröder verhängten Handelfmeter nicht den Ellenbogenschlag gegen Nico Knystock geahndet hatte. "Das ist ein ganz klares Foul zuvor an Nico. Und bei Kopftreffern sollte sowieso sofort abgepfiffen werden. Dieser Elfmeter darf einfach nicht gepfiffen werden." Dass Roj Schröders Vergehen ahndete, war regelkonform. Dass er zuvor das Einsteigen gegen Knystock nicht abpfiff, mutete wiederum in der Tat abenteuerlich an.
Durch das Unentschieden hat der VfB, zumindest vorerst, die Tabellenführung an den SV Meppen verloren. Diese können die Oldenburger sich durch einen Sieg im Nachholspiel gegen den FC St. Pauli II zurückholen. Die Partie soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr stattfinden.
Vor dem Bremen-Duell: Fossi fordert Intensität und Stabilität
Zunächst einmal ist der VfB allerdings am Sonntag bei Werder Bremen II gefordert. "Die Bremer können einem richtig wehtun. Wir müssen ein stabiles und intensives Spiel abliefern", fordert Fossi vor dem Duell mit dem seit drei Partien punktlosen Werder-Nachwuchs. Dabei setzt er auch darauf, dass seine Mannschaft auf dem Bremer Rasen deutlich besser zurechtkommen wird, als dies am Sonntag auf dem durch die Witterung malträtierten Geläuf im Marschwegstadion der Fall war.
Improvisieren muss Fossi in Bremen erneut auf der Rechtsverteidiger-Position. Dort fallen mit Patrick Möschl (Probleme im hinteren Oberschenkel), Ngufor Anubodem (Knieprobleme) und Anouar Adam (Aufbautraining nach Patellasehnenriss) derzeit gleich drei potenzielle Stammspieler aus. Bei Anubodem ist es derzeit eine stete Risikoabwägung. Denkbar ist, dass er in diesem Jahr noch zum Einsatz kommt. Adam wiederum soll erst im neuen Jahr wieder auf dem Platz stehen.
„Wir haben den Markt im Blick und schauen, ob wir etwas machen können, das uns hilft.“ (Dario Fossi über potenzielle Wintertransfers)
Planen können die Oldenburger mit ihm auch über die Saison hinaus. Nach kicker-Informationen haben Adam und der VfB sich mittlerweile auf die Konditionen für eine Verlängerung des im Sommer 2026 auslaufenden Vertrags verständigt. Klar ist intern zudem, dass der Kader im Winter durch Neuverpflichtungen mehr Breite erhalten soll. "Wir haben den Markt im Blick und schauen, ob wir etwas machen können, das uns hilft", sagt Fossi.
Die Umsetzbarkeit hängt davon ab, welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Die Mannschaft hat bis dato in dieser Saison begeistert. Der Aufstieg als großes Ziel könnte daher im unmittelbarsten Umfeld des Klubs noch einmal mobilisieren.
Profile für potenzielle Neuzugänge wurden bereits erstellt. Nach kicker-Informationen schaut der VfB nach einem variabel in der Offensive einsetzbaren Spieler, einem Sechser und einem Innenverteidiger. Im Idealfall kommt ein Spieler, der als Sechser, aber auch als Innenverteidiger auflaufen kann. Unwahrscheinlich ist nach jetzigem Stand indes, dass gleich drei Neuzugänge kommen werden.