Dabei handelt es sich um Fernando Carro. Eintracht Frankfurt hat den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Bayer Leverkusen für die Anfang September stattfindende Wahl in das Kontrollgremium der Deutschen Fußball Liga (DFL) GmbH nominiert. Dahinter steckt neben den fachlichen Qualitäten des Spaniers, unter dem sich die Werkself zum Double-Sieger 2024 aufgeschwungen hat, mutmaßlich auch ein strategisches Signal. Nämlich dass die Sicherung der 50+1-Regel nur im Konsens mit den sogenannten Förderausnahmen, zu denen Bayer zählt, gelöst werden kann. Nach der jüngsten Einschätzung des Bundeskartellamts jedenfalls liegt der Ball erneut bei der Liga.
Deren 36 Gesellschafter wählen Anfang September die Gremien Präsidium und Aufsichtsrat neu. Am morgigen Donnerstag kommen die 18 Zweitligisten zu ihrer Teilversammlung zusammen, um sich auch dazu auszutauschen. Für den Moment spricht vieles dafür, dass das aktuelle Trio aus Steffen Schneekloth (Holstein Kiel), Oke Göttlich (FC St. Pauli) und Holger Schwiewagner (Greuther Fürth) die Belange des Unterhauses im Präsidium weiterhin vertreten könnte, auch wenn Göttlichs Klub formal Bundesligist ist.
Einzig die Frage, wer als Zweitliga-Sprecher fungiert, bliebe dann noch zu klären. Aktuell füllt Schneekloth diesen Posten aus, bei dem alle 36 Klubs ein Wahlrecht haben. Insofern könnte es auch sein, dass Göttlich mit diesem Ticket liebäugelt, weil die beiden anderen Sitze der 2. Liga jeweils nur von den 18 Vereinen im Unterhaus zu wählen sind. Eine Kampfkandidatur Schneekloth kontra Göttlich ist dem Vernehmen nach allerdings eher unwahrscheinlich, wesentlich wahrscheinlicher ist, dass man sich am Donnerstag im Vorfeld einigt.
Karlsruhes Geschäftsführer Michael Becker plant dagegen eine Kandidatur für den Aufsichtsrat, wo aufgrund des Ausscheidens von Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98) ein Zweitliga-Posten frei wird. Nur für den Fall, dass ein Vertreter aus dem aktuellen Präsidiumstrio doch ausscheidet, würde Becker seinen Hut für das Präsidium in den Ring werfen. Unklar ist, ob Alexander Jobst eine Kandidatur anstrebt. Zuletzt galt der Vorstandsvorsitzende von Fortuna Düsseldorf als unentschieden. Neben Fritsch sitzt aktuell Ralf Huschen (Hertha BSC) in dem Kontrollgremium, der Finanzexperte soll erneut kandidieren.
Gerüchteweise wurden auch Martin Geisthardt Ambitionen für das Präsidium nachgesagt. Diese wischt der kaufmännische Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg allerdings beiseite, will sich stattdessen über die themenspezifischen Kommissionen stärker beteiligen: "Für den 1. FC Magdeburg ist es wichtig, sich aktiv in die Kommissionen der DFL einzubringen. Besonders in den Bereichen Marketing & Sponsoring sowie Internationalisierung sehen wir relevante Themen. Mit Otmar Schork ist unser Geschäftsführer Sport bereits in der Kommission Fußball vertreten. Der 1. FC Magdeburg möchte hier seinen Beitrag leisten und sich entsprechend engagieren."