Bei den schottischen Traditionsklubs Celtic Glasgow und den Glasgow Rangers geht es in dieser Saison drunter und drüber. Anfang Oktober brauchte der bei den Rangers geschasste Trainer Russell Martin nicht umsonst eine Polizeieskorte zum Abschied.
Bislang hat dessen deutscher Nachfolger Danny Röhl alle Hände voll zu tun, irgendwie den Rückstand an die Spitze zu verkürzen. Trotz der bemerkenswerten Bilanz von sechs Siegen und zwei Remis aus acht Spielen - kein Team in Schottland war in diesem Zeitraum erfolgreicher - liegen die Rangers bei einem weniger absolvierten Spiel noch immer neun Punkte hinter Spitzenreiter Heart of Midlothian. Das direkte Duell aber wartet am kommenden Sonntag.
Auch Erzrivale Celtic hechelt indes aktuell hinterher und ließ durch eine jüngste Negativserie den Kontakt zum Ersten abreißen. Die 1:2-Niederlage gegen Dundee United, durch die der Rückstand auf die Hearts weiter sechs Zähler beträgt, waren nicht die schlechteste Nachricht am Mittwoch. Wenige Stunden vor Anpfiff der Partie hatte schließlich Klubboss Peter Lawwell seinen Rücktritt zum 31. Dezember 2025 angekündigt.
In einem langen Statement auf der Vereinswebsite heißt es vom scheidenden Lawwell: "Mit Bedauern gebe ich meine Entscheidung bekannt, als Vorsitzender des Celtic FC zurückzutreten. Ich glaube, dass meine 18 Jahre als Geschäftsführer und drei Jahre als Vorsitzender des Klubs gezeigt haben, dass ich in der Lage bin, Herausforderungen in vielen Bereichen zu meistern und zu überwinden, aber die Beschimpfungen und Drohungen aus einigen Kreisen haben zugenommen und sind mittlerweile unerträglich geworden."
2003 war Lawwell als Geschäftsführer zu Celtic gewechselt und anschließend 18 Jahre lang in dieser Funktion tätig. 2023 kehrte er in neuer Funktion zum Verein zurück. Nun schlägt Lawwell sein Kapitel in Glasgow aber zu.
Ein Leben "geprägt von dramatischen Höhen und Tiefen im Fußball"
"Die Motive und Ziele dieser Kritiker können von anderen untersucht werden. Ich ziehe es vor, mit tiefer Dankbarkeit und Zufriedenheit auf meine Karriere bei Celtic zurückzublicken", sagt Lawwell. Sein Leben sei "geprägt von dramatischen Höhen und Tiefen im Fußball, aber diese haben mir auch die Erfahrung, die Motivation und den Ehrgeiz gegeben, die ich in mein nächstes Projekt einbringen werde, egal wo und was das sein wird".
Erst Anfang Dezember hatte Celtic seine lange Trainersuche beendet und Wilfried Nancy zum neuen Coach benannt. Vor der Installation Nancys hatte der Traditionsklub unter Interimstrainer Martin O'Neill fünf Pflichtspielsiege aneinandergereiht. Die vier Partien unter der Führung des 48-jährigen Franzosen allerdings verlor Celtic nun allesamt - darunter die sensationelle Pleite im Ligapokal-Endspiel gegen St. Mirren. Die Stimmung ist am Boden.
Bis ein dauerhafter Nachfolger für den scheidenden Lawwell gefunden ist, übernimmt Brian Wilson die Rolle interimistisch.