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Chakrouns Tor-Premiere: "Okay, jetzt kann's vielleicht losgehen ..."

kicker

Es war die Schlüsselszene bei Hannovers 3:1-Sieg gegen Arminia Bielefeld: Beim Stand von 0:1 fängt 96-Torhüter Nahuel Noll eine Freistoßflanke der Gäste ab und feuert den Ball sofort volley auf den am Mittelkreis postierten Husseyn Chakroun. "Das ging schnell, sehr schnell", schilderte dieser nach der Partie die Situation, in der er sich plötzlich im Laufduell mit seinem Bielefelder Gegenspieler Marius Wörl wiederfand. "Ich habe gesehen, dass Nahuel den Ball kriegt, dann habe ich nur mich und Wörl gesehen und gedacht: Okay, jetzt kann's vielleicht losgehen ..."

Nolls Zuspiel erweist sich als ideale Steilvorlage. Chakroun: "Der Ball kam nicht hoch, sondern sehr flach und hart. Der erste Kontakt hat gut gesessen, ich habe den Ball durch meine Schnelligkeit gut bekommen. Vor dem Tor habe ich ihn dann gelupft - hat auch gut geklappt." Der Rest ist Jubel: Mit dem 1:1 dreht sich das Spiel gegen den bis dahin zäh dagegenhaltenden, ja sogar in Führung liegenden Aufsteiger. "Ich habe schon ein bisschen gelauert. Ich wusste, dass Nahuel einen guten Abschlag hat und so eine Situation passieren kann", freute sich der 20-Jährige über seine Tor-Premiere als Profi.

Wenig später sollte er endgültig zur Schlüsselfigur werden, als er nach einer Kombination mit Benjamin Källman zum 2:1 durch Hayate Matsuda auflegte. "Als Hayate den Ball reinmachte, war für uns klar, dass wir das Spiel jetzt ziehen müssen. Es sind ein paar unglückliche Sachen passiert, aber wir haben schon gut Gas gegeben. Wir wussten, dass Bielefeld sehr viel läuft und schnell spielt", so Chakroun.

Titz hat das Vertrauen, "weil er es immer wieder versucht"

Christian Titz erfreute das alles sehr. "Gegen eine Mannschaft, die mit einer enormen Intensität spielt, ist Husseyn ein ganz wichtiger Spieler, weil er permanent vorne anläuft und ganz viel nach hinten sprintet, um so den Spielaufbau des Gegners zu verhindern", erläutert der Trainer, weshalb einer wie Chakroun perfekt zu dem von ihm bevorzugten Angriffsfußball passt, weil er stets die gegenüberstehenden Reihen beschäftigt. "Da hat man einen Typ Gegenspieler gegen sich, der ständig ins Eins-gegen-eins geht. Er hat in diesem Spiel eine Weile gebraucht, bis er in diese klaren Szenen hereinkam. Aber das Vertrauen hast du bei Husseyn, weil er es immer wieder versucht."

Vom Nobody zum Stammspieler mit Matchwinnerqualität

Den Rückhalt des Coaches weiß der Youngster zu schätzen. "Das Vertrauen kriegt nicht jeder junge Spieler. Mit meiner Leistung und dem Tor kann ich etwas zurückgeben." Der gebürtige Hannoveraner mit libanesischen Wurzeln ist bei den Niedersachsen ein Typ der Marke "Eigenbau", der zunächst einige Stationen in kleineren Vereinen der Region mitnahm: Fortuna Sachsenross und HSC Hannover sowie JFV Calenberger Land, Jugendsparte des Oberligisten Germania Egestorf. Vor zwei Jahren folgte der Wechsel zu 96. Nun der Durchbruch bei Titz, der sich schon in der Sommer-Vorbereitung andeutete. Fortan entwickelte sich Chakroun in den vergangenen Wochen vom Außenseiter und Nobody zum Stammspieler mit Matchwinnerqualität. "Ich muss dem Trainer schon ein stückweit danken. Es kommt aber auch von mir selbst, dass ich mein Bestes geben möchte, jedes Mal."

Er habe schließlich stets sehr viel an sich gearbeitet, um reif für die große Chance zu sein. "Und ich habe versucht, sehr viel vom Team und von den Trainern aufzunehmen. Dass alles jetzt so gut funktioniert, freut mich natürlich sehr", zeigt sich Chakroun glücklich und bereit für weitere Großtaten, begleitet freilich von der Gewissheit, trotz der in jeder Hinsicht großen Geschwindigkeit mit der Mannschaft erst einen Teil des Weges in dieser Saison zurückgelegt zu haben: "Wir müssen alle noch einen Tick besser werden."