In Leipzig-Leutzsch ist derzeit viel los. In die Winterpause der Regionalliga Nordost geht die dort ansässige BSG Chemie Leipzig mit kümmerlichen 13 Punkten auf Tabellenplatz 16. Wenige Tage, nachdem Trainer Adrian Alipour seinen Hut nehmen musste, sind ab sofort Uwe Thomas und Daniel Heinze ihre Posten in der sportlichen Leitung los. Das Duo ist laut BSG von sämtlichen Ämtern zurückgetreten, Heinze ist demnach auch nicht mehr Teammanager der ersten Mannschaft.
Dahinter steckt eine in die Wege geleitete Strukturreform, die konkret daraus besteht, die bislang auf mehreren Schultern ruhende und ehrenamtlich ausgeführte sportliche Leitung in die Hände einer Person zu übergeben, die diese Aufgabe hauptamtlich erledigt. Im zweiten Halbjahr 2024 probierte es Chemie mit Steffen Ziffert in dieser Struktur bereits einmal, ehe man wieder auf Ehrenamt umstellte.
Die Lehren aus der Ziffert-Zeit
Thomas wollte ursprünglich im Sommer den Weg für einen Nachfolger freimachen, die prekäre sportliche Situation und die Notwendigkeit, schon jetzt einen neuen Cheftrainer suchen zu müssen, beschleunigte die Sache ungemein. Bei der Trainersuche und bei der Planung des Kaders für die kommende Saison soll der neue Sportliche Leiter nach Wunsch des Vereins nämlich bereits aktiv mitwirken. Auch die Erfahrungen mit Ziffert spielten bei diesen Überlegungen eine Rolle: Diesem sei laut Verein aufgrund seines Amtsantritts im Juli 2024 wenig Zeit für eigene Akzente geblieben. Die gemeinsame Zusammenarbeit endete daher bereits Anfang Dezember des Vorjahres.
Zudem gab Chemie zu, dass zwischen Thomas und Heinze auf der einen sowie dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf der anderen Seite zuletzt keine Einigkeit mehr darüber bestanden habe, ob die sportliche Leitung wirklich hauptamtlich besetzt werden müsse.
"Wir sind Uwe Thomas und Daniel Heinze sehr dankbar für viele Jahre leidenschaftlichen Einsatzes. Ihre Verdienste für den Verein sind und bleiben unbestritten. Beide sind absolute Herzblutchemiker", stellt der Verein in einer Meldung heraus und kündigt an, bereits "zeitnah" einen neuen Sportlichen Leiter präsentieren zu wollen.
Dem neuen Mann kommt sofort die Aufgabe zu, brauchbare Verstärkungen nach Leutzsch zu lotsen, die laut Verein notwendig seien, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Gleichzeitig möchte die BSG bei den nun anlaufenden Gesprächen mit den Spielern des aktuellen Kaders klar erkennen, ob sich jeder zu 100 Prozent der Mission Klassenerhalt stellt. Nur diejenigen Spieler könnten laut Chemie "Teil unseres weiteren Weges" sein.