Zwei Punktspielsiege gegen Düsseldorf (5:1) und Kiel (2:0), dazu das Weiterkommen im Pokal gegen Werder Bremen (1:0). "Wir haben uns nach den ersten zwei Spielen und dem DFB-Pokal mehr gewünscht", sagt Arminia Bielefelds Kapitän Mael Corboz nun, nachdem sein Team gegen Dresden 1:2 verlor und schließlich zuletzt bei Eintracht Braunschweig 1:1 unentschieden spielte. Leichte Kritik an der Ausbeute, und trotzdem: "Man muss nicht, aber man kann nach vier Spieltagen als Aufsteiger mit sieben Punkten zufrieden sein."
Unter dem Eindruck des jüngsten Remis offenbarte der 30-Jährige gemischte Gefühle. "Wir sind nach Braunschweig gefahren, um zu gewinnen. Hat leider nicht alles geklappt." Aber man habe sich immerhin in Rückstand liegend zurückgekämpft und spät den Ausgleich erzielt, und das erfreut Corboz. "Wir glauben immer daran, bis zur letzten Sekunde. Diese Einstellung - das macht uns aus." Für den US-Amerikaner auch ein Erfolg von Mitch Kniat und seinem Staff. "Wir werden von Spiel zu Spiel besser, weil wir ein Trainerteam haben, das permanent etwas entwickeln möchte."
Momuluh sorgt für noch mehr Breite und Qualität
Die Mission in Braunschweig hatte personell nicht unter einem glücklichen Stern gestanden. Tim Handwerker und Noah Joel Sarenren Bazee fehlten verletzt, Christopher Lannert rot-gesperrt. Im Spiel musste Kniat schließlich zur Pause auch noch den von einem Feldverweis bedrohten Joel Grodowski auswechseln. Stammspieler, die den Ostwestfalen fehlten. Doch die Nachrücker schlugen sich achtbar und zeigten, dass auf die Breite des Kaders, der mit Last-Minute-Transfer Monju Momuluh (Hannover) auch qualitativ noch einmal erweitert wurde, Verlass ist. Corboz: "Wir mussten umstellen, und die Jungs, die reingekommen sind oder auf anderen Positionen spielen mussten, haben es überragend gemacht."
Nicht von ungefähr war das 1:1 in Braunschweig final das Produkt zweier Einwechselspieler: Vorlagengeber Florian Micheler, der sein Debüt für den DSC gab, und Isaiah Young, der schon im Pokal gegen Bremen als Joker gestochen hatte - zur Freude seines Landsmannes Corboz: "Das zeigt unsere Mentalität: Jeder, der zweimal mittrainiert hat oder seit zwei Jahren auf seine Chance wartet, möchte Vollgas geben. Das zeigen wir jede Woche und das macht uns aus."
Und es steigert die Zuversicht in Bielefeld, als Neuling in einer starken Liga bestehen zu können. "Mit unseren Skills sowieso", sagt der Kapitän, "aber jeder macht jetzt noch ein bisschen mehr als in der 3. Liga. Die Qualität ist deutlich höher, man spielt gegen gute, erfahrene Gegner." Alles sei eben ein bisschen schwieriger, trotzdem löse jeder seine Aufgaben schon ganz gut, ohne freilich schon am Ziel eines Weges zu sein. "Jeder macht noch eine Extraschicht. Und hoffentlich werden wir uns so entwickeln, dass die Spieler, die letztes Jahr Drittliga-Spieler waren, bald gestandene und irgendwann sogar Top-Zweitligaspieler werden."