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Covic vergleicht Eichhorn mit Prince Boateng: "Will seinen Stempel aufdrücken"

kicker

Mit Debüts, die für Aufsehen sorgen, kennt er sich aus. In seinem ersten Bundesliga-Spiel - am 18. September 1994 - traf der gerade 19-jährige Ante Covic als Joker für den VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt (4:1) doppelt.

Insgesamt bestritt der heutige Trainer für den VfB, Hertha BSC und den VfL Bochum 62 Bundesliga-Einsätze, in der 2. Liga kam er auf 72 Spiele (für den 1. FC Nürnberg, Hertha, Saarbrücken). In Berlin ist er seit 2010 - mit einer kurzen Unterbrechung nach seinem Aus als Bundesliga-Coach im November 2019 - als Coach tätig. Seit dieser Saison ist der 49-Jährige für die U 19 des Hauptstadtklubs verantwortlich. Herthas neuen Hoffnungsträger Kennet Eichhorn, der durch seine Einwechslung gegen den Karlsruher SC (0:0) am Sonntag mit 16 Jahren und 14 Tagen zum jüngsten Zweitliga-Spieler der Geschichte wurde, kennt er sehr gut.

Herr Covic, Sie hatten Kennet Eichhorn in der vergangenen Saison in der U 17 und in der Vorbereitung auf diese Saison punktuell bei der U 19 unter Ihren Fittichen. Was zeichnet ihn fußballerisch aus?

Kenny ist ein sehr dominanter Spieler mit einer extrem großen Spielintelligenz. Er spielt selbstbewusst, ist sehr präsent, fordert in fast jeder Situation den Ball und hat auch unter Gegnerdruck zumeist eine Lösung. Er kann das Spiel beschleunigen, wenn es geboten ist, und beruhigen, wenn es nötig ist. Diese Gabe hat man oder man hat sie nicht. Er hat sie, und sie wird mit zunehmender Erfahrung sein Spiel noch mehr prägen, davon bin ich überzeugt.

Er hat nach seiner Einwechslung gegen den KSC vor fast 60.000 Zuschauern so gut wie keine Nervosität gezeigt. Waren Sie überrascht?

Nein. Der ganze Verein hat ihn für diesen Moment perfekt vorbereitet. Wir haben ihn in der Vorbereitung immer mal wieder - beispielsweise im Juli zum Sparkassen-Bundesliga-Cup in Schwäbisch Hall - zur U 19 dazugenommen, damit er im Spielrhythmus bleibt. Bei den Profis durfte er in der Vorbereitung noch nicht spielen. Aber es war absehbar, dass er, sobald er 16 ist, recht schnell seine ersten Minuten in der 2. Liga bekommt. Er hat sich aufgedrängt mit seinen Leistungen.

„Was ich mir wünschen würde, ist, dass er im letzten Drittel noch egoistischer wird.“ (Ante Covic über den 16-jährigen Herthaner Kennet Eichhorn)

Haben Sie in Ihrer Karriere mal einen vergleichbaren Spieler erlebt?

Auch wenn sie von den Positionen und vom Naturell unterschiedlich sind: Mich erinnert Kenny an Kevin-Prince Boateng. Kevins Spiel war noch einen Tick spektakulärer, er hatte die offensivere Rolle. Aber Kenny hat eine ähnliche Ballsicherheit und Ausstrahlung. Egal, ob U 17 oder 2. Liga: Er will nicht mitschwimmen, sondern jedem Spiel seinen Stempel aufdrücken.

In welchen Facetten kann und muss er zulegen?

Mit 16 ist niemand ein fertiger Spieler. Aber er hat alle Anlagen, um ein kompletter und moderner Sechser auf Top-Niveau zu werden. Vor zwei, drei Jahren war er an einem Punkt, an dem es körperlich ein paar Fragezeichen gab. Aber er hat hart gearbeitet, um seine Belastungsfähigkeit zu erhöhen. Das zeigt seinen Ehrgeiz. Was ich mir wünschen würde, ist, dass er im letzten Drittel noch egoistischer wird und öfter selbst den Abschluss sucht. Er hat einen sehr guten Schuss. Den darf er ruhig öfter zeigen.

Sechs, Doppel-Sechs, Acht - in welcher Rolle ist er am wertvollsten?

Aus meiner Sicht kann er sein Talent als alleiniger Sechser am besten entfalten. Er hat zuletzt in der U-16-Nationalmannschaft auf der Doppel-Sechs gespielt. Das funktioniert auch. Aber er braucht Raum für sein Spiel. Allein vor der Abwehr sehe ich ihn deshalb am besten.

Gefühlt ist Eichhorn nach Herthas holprigem Start schon jetzt der Hoffnungsträger. Haben Sie die Sorge, dass der Hype zu groß wird?

Nein. Alle im Staff und im Verein gehen verantwortungsbewusst mit ihm um. Auch er selbst kann das alles richtig einordnen. Er ist sehr lernwillig und hört zu. Trotzdem weiß er sehr genau, was er will. Ich als U-19-Trainer kann nur sagen: Ich hoffe, dass er in den nächsten Monaten möglichst selten bei mir auftaucht ... (schmunzelt). Er bringt schon jetzt alles mit, um bei den Profis seinen Weg zu gehen.