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"Da musste jeder von uns durch": Fürth baut König nach Blitz-Rot auf

kicker

"Wir hatten zwei Wochen mit richtig guter Stimmung, hatten einen richtig guten Plan. Und dann wird nach 30 Sekunden alles verändert", haderte Fürths Trainer Thomas Kleine. Gerade hatte seine Mannschaft das zweite Heimspiel in Folge verloren, 0:3 hieß es am Ende gegen Kaiserslautern. Doch wollte Klein nicht lange über die Gründe sprechen, die Hauptursache war schnell gefunden.

Es waren handgestoppte 21 Sekunden gespielt, als Noah König nach einem Stockfehler vor dem eigenen Strafraum nach dem Ball stocherte und dabei Lauterns Faride Alidou zu Fall brachte. Weil der Verteidiger der letzte Mann war, blieb Schiedsrichter Richard Hempel nur eines: König sah nach gerade einmal 27 Sekunden die Rote Karte - ein Rekord in der 2. Liga.

Keine Zweifel, aber auch keine Vorwürfe

Den zweifelhaften Rekord der früheste Rote Karte im Unterhaus hatten sich zuvor St. Paulis Fabio Morena (2008/09) und Braunschweigs Tino Loechelt (1986/87) geteilt, die jeweils "erst" in der 2. Minute vom Platz geflogen waren. An Königs Blitz-Rekord äußerte nun niemand Zweifel. "Das sieht man schnell, das war korrekt so", meinte Kleine. Und weiter: "Das kann jedem passieren."

„Das ist das Innenverteidiger-Leben, wenn wir einen Fehler machen, dann brennt es richtig.“ (Philipp Ziereis über die Rote Karte seines Nebenmanns Noah König)

Allgemein wollte kein Fürther dem 22-jährigen König die Schuld zuschieben. Besonders aufmunternd äußerte sich dessen Nebenmann in der Viererkette, Philipp Ziereis. "Das ist das Innenverteidiger-Leben, wenn wir einen Fehler machen, dann brennt es richtig. Da muss er sich dran gewöhnen." Ihm sei es auch schon Ähnliches passiert, erzählte der Österreicher weiter, einmal sei auch er schon in der 6. Minute vom Platz geflogen. "Da musste jeder von uns durch, das ist überhaupt kein Problem. Noah wird daraus lernen."

Dehm spricht Team den absoluten Willen ab

Uneinigkeit herrschte beim Kleeblatt allerdings darüber, ob die Niederlage nur auf den Platzverweis zurückzuführen war. Ziereis meinte, die Rote Karte entscheide "fast alles". Man habe auch in Unterzahl zwar wenig zugelassen und ein paar Umschaltsituationen gehabt. "Doch hintenraus gehen halt dann die Kräfte aus. Am Ende des Tages war nicht mehr drin", so der Verteidiger.

Sein Nebenmann auf der rechten Defensivseite Jannik Dehm sah das anders: Der 29-Jährige bemängelte grundsätzliche Probleme, die Fürth aktuell zur schlechtesten Defensive der Liga (14 Gegentore) machen. "Es hat nicht daran gelegen, dass wir einer weniger waren. Das waren Dinge, die als Mannschaft nicht passieren dürfen." Vielleicht fehle dem Team der absolute Wille, das Tor zu verteidigen.

Volle Konzentration auf Bielefeld

Auch Trainer Kleine analysierte, die Mannschaft brauche eine "Drecksau-Mentalität", damit sie nicht mehr so einfache Gegentore kassiere. Doch gegen den FCK machte er mildernde Umstände geltend: "Wenn du 90 Minuten in Unterzahl bist, dann ist sicher mal die Konzentration nicht zu 100 Prozent da."

Es gelte daran zu arbeiten, dass das Team kollektiv besser verteidige. Doch vor allem gelte es nun, das Spiel so schnell wie möglich abzuhaken, "die drei Punkte sind weg", so Kleine. Bereits am kommenden Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) spielt das Kleeblatt beim starken Aufsteiger Bielefeld. Der Coach empfiehlt daher seinem Team: "Wir müssen das gute Gefühl der letzten Wochen zurückholen." Vielleicht hält dann auch der Matchplan länger als 30 Sekunden.