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"Das spricht für den Charakter": Salzburger Mutinjektion bei Lieblingsgegner Austria

kicker

Vom geprügelten Europa-League-Hund zum strahlenden Liga-Sieger in nur drei Tagen - Red Bull Salzburg durfte nach dem 3:0-Sieg bei Lieblingsgegner Austria Wien am Sonntag aufatmen und sich über eine Mutinjektion freuen. Trainer Thomas Letsch betonte die "Energieleistung" seiner Truppe, die in der Tabelle bei einem Spiel weniger mit Leader Sturm Graz gleichzog. Die fünftplatzierte Austria haderte hingegen mit Spielpech und Harmlosigkeit in der Offensive.

So schlimm die acht Horrorminuten beim 2:3 gegen Ferencvaros waren, so gut fühlten sich für die Bullen jene acht Minuten in Wien an, die dank Sota Kitano (8.) und Kerim Alajbegovic (16.) die früheste 2:0-Führung in dieser Saison brachten. "Natürlich sind wir alle erleichtert", sagte Letsch, dessen Elf in der Vorwoche gegen Altach über ein Heim-2:2 nicht hinausgekommen war und sich am Donnerstag mit schweren Defensivschnitzern gegen Ferencvaros um die Früchte seiner Arbeit gebracht hatte.

Salzburg nimmt "dreckigen Sieg" mit

Umso mehr strich Letsch bei aller Freude über "drei blitzsaubere" Tore, das letzte davon der Bundesliga-Premierentreffer Tim Trummers (56.), die Leistung im defensiven Bereich hervor. "Was gegen Ferencvaros gefehlt hat, dass wir alle bereit sind, da hinten reinzugehen, das war heute da", konstatierte Letsch. "Das spricht für den Charakter der Mannschaft." Noch dazu musste er wegen der Sperre von Joane Gadou seinem routinierten Innenverteidiger Jacob Rasmussen mit Jannick Schuster einen vergleichsweise unerfahrenen 19-Jährigen zur Seite stellen.

"Wir nehmen auch einen dreckigen Sieg mit", erklärte Rasmussen. Denn spielerisch war von den Gästen über weite Strecken nichts gekommen, die Effizienz verdiente sich hingegen das Prädikat "gnadenlos". Zum bisher erst dritten Mal in dieser Saison bzw. zum ersten Mal seit dem 3:0 über den LASK am 23. August standen hinten die Null. "Es tut doppelt gut, zu null zu gewinnen, gegen eine Mannschaft, die in der letzten Zeit sehr gute Ergebnisse eingefahren hat", sagte Letsch, der mit seiner Equipe am Donnerstag im Cup-Achtelfinale die WSG Tirol empfängt.

Viel Aufwand, wenig Ertrag bei der Austria

Zu tun hatte Goalie Alexander Schlager in Wien-Favoriten dennoch wenig. Denn die Austria belauerte zwar immer wieder mit Nachdruck den Strafraum, erspielte sich aber kaum gute Chancen. "Wir haben sehr viel Aufwand betrieben", sagte Trainer Stephan Helm. "Wir haben Salzburg sehr weit reingedrängt. Der letzte Pass hat den Empfänger nicht gefunden, die letzte Klarheit hat gefehlt."

Die höchste Niederlage in der Liga seit dem 0:4 gegen den WAC am 11. Mai 2024 war nicht nur für Helm auch etwas unglücklich. "So viel haben wir nicht falsch gemacht", stellte Kapitän Manfred Fischer angesichts der intensiven Offensivbemühungen fest. "Aber, natürlich, wenn du 0:3 verlierst, ist das trotzdem ernüchternd." So wie Letsch den Charakter und den Willen seiner Mannschaft gelobt hatte, so hatte auch Helm an diesen Eigenschaften nichts auszusetzen. "Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir ins Risiko gehen, wir haben alle daran geglaubt."

Der Glaube allein aber war zu wenig, weiter wartet man auf den ersten vollen Erfolg gegen Salzburg seit über sieben Jahren. Am Samstag können die Veilchen in Hartberg Frustbewältigung betreiben, Helms Grundstimmung bleibt positiv. "Der Trend geht in die richtige Richtung", lautete sein Resümee zur Halbzeit des Grunddurchgangs. "Es bestärkt mich in der Überzeugung, dass wir noch viele gute Sachen machen und entwickeln können."