Beim 3:2-Testspielsieg gegen den FC Luzern feierte Ermedin Demirovic nach seinem Ermüdungsbruch im Fußwurzelknochen sein Comeback beim VfB - und ist nun auch direkt eine Option für das Gastspiel in Leverkusen. "Er ist für mich gleich ein Faktor", sagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß über den Stürmer, der seit Anfang Oktober kein Pflichtspiel mehr bestritten hat. Mit Blick auf Demirovics 45-minütigen Auftritt gegen Luzern meinte Hoeneß, dass "das auch körperlich gut aussah" und er nicht "das Gefühl hatte, dass er sich durchkämpfen muss. Er ist für mich gleich ein Faktor. Da wird keine lange Eingewöhnungszeit vonnöten sein, davon bin ich überzeugt. Und deswegen bin ich froh, dass er wieder da ist."
Ob der Bosnier in Leverkusen direkt in der Startelf stehen wird, wollte Hoeneß nicht bestätigen, ausschließen wollte er das aber auch nicht. Fakt sei, dass der 27-Jährige sich "wieder in Form trainieren und spielen" müsse. Demirovics Rückkehr dürfte bei Hoeneß zumindest für etwas Erleichterung sorgen, denn ansonsten hat der 43-Jährige in Bezug auf sein Personal nicht viel zu lachen, gerade mit Blick auf den Ausfall von Bilal El Khannouss, der mit Marokko beim Afrika-Cup weilt.
Der technisch beschlagene 21-Jährige könne ein Spiel "enorm beeinflussen", so Hoeneß mit Blick auf den Offensivspieler, der in der laufenden Bundesliga-Saison in zwölf Spielen bereits sechs Scorerpunkte gesammelt hat und auf einen kicker-Notenschnitt von 3,05 kommt. Umso wichtiger erscheint daher die Rückkehr von Demirovic, der bis zu seiner Verletzung in dieser Saison immerhin schon fünfmal getroffen hatte.
Lange Ausfallliste
Hoeneß muss aber nicht nur weiterhin auf El Khannouss verzichten, sondern auch auf Tiago Tomas (strukturelle Muskelverletzung), Lazar Jovanovic (Rückenprobleme) sowie die zuletzt angeschlagenen Ameen Al-Dakhil (krank), Noah Darvich (Trainingsrückstand), Jovan Milosevic (Teiltraining aufgrund einer Handverletzung), Dan-Axel Zagadou und Luca Jaquez (beide Oberschenkelprobleme). Dazu kommt, dass Finn Jeltsch aufgrund von Rückenproblemen aktuell noch fraglich ist. Beim kürzlich aus der zweiten spanischen Liga von Racing Santander verpflichteten Jeremy Arevalo bat Hoeneß indes um Geduld. Der 20-Jährige sei ein "Versprechen für die Zukunft" und eben keine Soforthilfe
Angstgegner Leverkusen
Sportlich ist das Gastspiel in Leverkusen von großer Bedeutung, schließlich hat der Pokalsieger drei Punkte Rückstand auf Bayer und die Champions-League-Ränge - ein Sieg käme dem VfB da gerade recht, doch das dürfte nicht so leicht sein, wie die Schwaben selbst nur allzu gut wissen. Der VfB hat die letzten 15 Pflichtspiele gegen Bayer nicht gewonnen. Der letzte Erfolg liegt schon fast acht Jahre zurück.
"Wir wollen an dieser Statistik etwas ändern", sagte Hoeneß, der in seiner bisherigen Trainerlaufbahn in elf Pflichtspielen gegen die Werkself bisher nie gewinnen konnte, und ergänzte: "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Leverkusen und sind hoch motiviert. Wir sind tabellarisch nicht allzu weit weg von ihnen, rechnen uns etwas aus und wollen einen guten Start hinlegen."
Frühere Anreise und stressige Zeit
Aufgrund des Wintereinbruchs im Norden warfen die Stuttgarter auch ihre Reisepläne um. So werden die Schwaben bereits am Freitag nach Leverkusen reisen, "um zu vermeiden, dass da aufgrund der Witterung irgendwas schief läuft am Spieltag", wie Hoeneß betonte.
Der Start ins neue Jahr läutet zugleich eine stressige Zeit für den VfB ein, denn binnen 29 Tagen stehen gleich mal satte neun Spiele auf dem Programm. "Es wird sicher anspruchsvoll und intensiv", weiß auch Hoeneß, "aber die vielen Spiele zeigen auch, dass wir in allen drei Wettbewerben mitmischen und das ist ein gutes Zeichen."