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Der BVB in der Stadt, die niemals schläft

kicker

Von der Klub-WM aus New York City berichtet Matthias Dersch

New York City, heißt es, sei die Stadt, die niemals schlafe. Und wenn man um kurz vor Mitternacht durch Straßen Manhattans läuft, dann ahnt man, woher dieser Satz kommen könnte. Trotz der aktuellen, politisch durchaus angespannten Zeiten in den USA ist der Times Square, eins der Wahrzeichen der Stadt, voller Touristen, die die Lichtreklamen bestaunen und sich dabei fotografieren lassen.

"Black and Yellow Night" über den Dächern Manhattans

Einmal pro Minute finden sie dort einen Hinweis darauf, warum am Montag Borussia Dortmund in den Big Apple kommt: Die FIFA hat sich nicht lumpen lassen - und große Werbeflächen angemietet, um für die Klub-WM und die ein Jahr später startende große WM der Nationen zu werben. Und tatsächlich: Schaut man sich die Touristenströme an, die sich durch die Straßenzüge schieben, dann sieht man immer wieder Menschen in Fußballtrikots - vom argentinischen Klub River Plate, von Palmeiras aus Brasilien und auch ein portugiesisches Grüppchen in Sporting-Trikots lässt sich entdecken, obwohl die Lissaboner gar nicht an dem reformierten Groß-Turnier mit 32 Mannschaften teilnehmen.

Fans des BVB dagegen machen sich noch rar. Präsenz zeigt der Klub dennoch: Seit Tagen tourt eine Delegation um die früheren Profis Roman Weidenfeller und Patrick Owomoyela durch die Stadt und produziert Material für die Sozialen Medien. Der BVB möchte Aufmerksamkeit generieren auf einem der potenziell wichtigsten Märkte der Zukunft. Am Montagabend steigt die "Black and Yellow Night" über den Dächern Manhattans, wo sich der Klub den bereits bestehenden und möglichen neuen Partnern präsentieren und mit ihnen die lukrative Teilnahme an der Klub-WM feiern möchte.

Prämienkonto in die Höhe treiben

Kurz zuvor bereits wird Niko Kovac seinen ersten Medienauftritt als BVB-Trainer in New York absolvieren, ehe tags darauf zur Mittagszeit (18 Uhr in Deutschland) im MetLife-Stadium in New Jersey, dem Finalspielort der Klub-WM 2025 und der WM 2026, das erste Gruppenspiel gegen Fluminense (Brasilien) stattfindet. So mancher der Einreise-Beamten am Flughafen Newark konnte mit dieser Paarung am Sonntag, als die deutschen Medienvertreter dem BVB nachreisten, noch nichts anfangen. Das jedoch soll sich nach dem Wunsch der FIFA noch ändern. Das Turnier soll größer und größer werden. Ob die Praxis der Theorie folgen kann, werden die nächsten Wochen zeigen.

Für den BVB geht es sowohl darum, das Prämienkonto in die Höhe zu treiben, als auch den sportlichen Aufwärtstrend der letzten Saisonwochen in der Bundesliga fortzusetzen. Auch wenn sich die Borussia nicht zum engeren Favoritenkreis zählt, die vergangenen zwei Jahre in der Champions League haben dem Klub bewiesen, dass er an guten Tagen auch mit den stärksten Mannschaften Europas mithalten kann - und die wiederum gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten auf den Klub-WM-Titel: Champions-League-Sieger Paris etwa, Real Madrid, Manchester City aus England - und der FC Bayern, der sein Auftaktspiel gegen die krassen Außenseiter Auckland City aus Neuseeland bereits überdeutlich mit 10:0 gewinnen konnte.

"Die Mannschaft hat richtig Lust", hat Sportdirektor Sebastian Kehl aus dem Teamquartier in Fort Lauderdale (Florida) bereits vor der Anreise nach New York gefunkt. Fluminense werde zum Auftakt "ein herausfordernder Gegner", der BVB aber wolle "gut in das Turnier starten". Dabei mithelfen soll bereits Neuzugang Jobe Bellingham, der sofort als Startelfkandidat für das zentrale Mittelfeld gilt. Es gäbe wahrlich schlechteres, als als BVB-Profi ausgerechnet in New York zu debütieren, der Stadt, die scheinbar wirklich niemals schläft.