Neulich im Interview mit dem kicker konnte man nachlesen, wie sehr sich Fisnik Asllani danach sehnte, Teil jener Nationalmannschaft des Kosovo zu sein, die womöglich erstmals an einer WM-Endrunde würde teilnehmen können. Umso gravierender fiel die Enttäuschung aus nach dem knappen 0:1 gegen die Türkei. In der Bundesliga sollte das Trauma verarbeitet werden.
"Wir haben verpasst, das 2:1 zu machen"
Das gelang dem Hoffenheimer Torjäger auch sehr gut. Denn nach dem überraschenden Rückstand gegen die Mainzer am Samstag ließ sich die TSG nicht so aus dem Tritt bringen, wie noch vor der Ligapause in Leipzig (0:5), und Asllani schoss sich nur zehn Minuten später auch den WM-Frust von der Seele. "Ja, kann man so sagen", bestätigte der 23-Jährige, der mit seinem linken Fuß abgezogen und den Ball aus 18 Metern satt unter die Latte gehämmert hatte, "ich hatte auch mit der Nationalmannschaft einen ähnlichen Schuss gegen die Türkei, den der Torhüter noch gegen die Latte gelenkt hat. Heute ist der von der Latte reingegangen, manchmal hat man Glück, manchmal hat man keines."
Alles sprach danach eigentlich für die Hausherren, die mit Macht auf die Wende in diesem Spiel und der schwierigen Saisonphase drängten. "Ich glaube, gerade in der ersten Halbzeit, nachdem wir auch das 1:1 gemacht hatten, waren wir gut im Spiel und auch die bessere Mannschaft", resümierte Asllani, "am Ende haben wir es dann so ein bisschen verpasst, in der ersten Halbzeit noch das 2:1 zu machen, es waren immer wieder Möglichkeiten da, die wir vielleicht am Ende nicht so gut ausgespielt haben oder wo dann die letzte Präzision gefehlt hat oder die letzte Entscheidungsfindung nicht die richtige war."
"Die kurze Woche birgt auch eine Chance"
Nach der Pause aber erzeugte die TSG nicht denselben Druck, hatte bei Wouter Burgers Pfostenschuss Pech und kassierte noch das bittere 1:2. Die nächste Portion Frust für Asllani. Der bleibt dennoch positiv. "Da bleibt uns nichts anderes übrig, als weiterzumachen. Wir müssen jetzt unter der Woche wieder arbeiten, es wird eine kurze Woche", erklärte der Stürmer vor dem schon am Freitag wartenden Spiel in Augsburg, "eine kurze Woche birgt auch wieder die Chance, das schnell besser zu machen."
Befürchtet er, dass sich die TSG noch um den Lohn einer guten Saison bringt? "Nein, nicht wirklich", versichert er, "weil ich sehe, was für eine Qualität wir haben und man es nicht verhindern kann. Wenn man weiter hart arbeitet, das ist die Voraussetzung, dann werden solche Spiele auch wieder für uns ausfallen. Und das Wichtigste ist einfach nur, dass wir weiter dranbleiben und da bin ich zuversichtlich, dass wir das machen."
"Was drumherum ist, interessiert mich nicht."
Zu den Spekulationen um seine Zukunft womöglich in Barcelona, München, Dortmund oder anderswo, hielt sich Asllani bedeckt. "Ich kann nur beeinflussen, was auf dem Platz ist, weiter meine Leistungen bringen, versuchen, der Mannschaft zu helfen, ob mit Toren, Vorlagen, was auch immer", erklärte der Umworbene, "unabhängig davon einfach Vollgas, und was drumherum ist, das muss ich ehrlich sagen, interessiert mich nicht. Das war letzte Saison genauso, als ich noch in Elversberg war, da hat auch jeder geredet, wie geht es weiter in der nächsten Saison. Ich habe einfach gesagt, lasst mich in Ruhe, lasst mich Fußball spielen, lasst mich Spaß haben und genau so mache ich dieses Jahr auch." Mal sehen, mit welchem Ausgang.