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DFB-Team in Chicago: Kein großer Bahnhof bei der Ankunft - Nagelsmann zieht die Zügel an

kicker

Aus Chicago berichtet Oliver Hartmann

Von großem Bahnhof konnte wahrlich keine Rede sein, als die deutsche Nationalmannschaft am Dienstag ihr Teamhotel für den zweiten Teil der WM-Vorbereitung erreichte. Rund zwei Dutzend Schaulustige blieben stehen, als die zwei Busse um 17:50 Uhr Ortszeit vor dem Waldorf Astoria in Chicagos nobelstem Einkaufsviertel vorfuhren. Immerhin ein etwa sieben Jahre junges Mädchen outete sich mit einer selbstbemalten Fahne als Deutschland-Fan.

Beachtung fand die kleine Gruppe aber bei den Spielern lediglich von Nico Schlotterbeck und Alexander Nübel. Der Dortmunder Verteidiger und der Stuttgarter Keeper marschierten nicht wie alle anderen Mitglieder der Reisegruppe schnurstracks vom Bus ins Hotel, sondern erfüllten bereitwillig die wenigen Autogrammwünsche. Sportdirektor Rudi Völler hatte als Erster den Bus verlassen, Nagelsmann als Letzter. Direkt nach der Ankunft startete die Mannschaft zu einem Spaziergang Richtung Strand des Lake Michigan.

Die knapp zweieinhalb Stunden, die der Tross um Bundestrainer Julian Nagelsmann von der Landung auf dem Internationalen Flughafen bis zum Einchecken im Teamhotel trotz erleichterter Einreise benötigten, war ein erster Vorgeschmack, welche Reise-Herausforderung das Mammut-Turnier in Mexiko, Kanada und den USA (11. Juni bis 19. Juli) für jeden der 48 Teilnehmer bereithält.

Nagelsmann zieht die Zügel an

Nach dem Relaxprogramm zum Wochenstart und der langen Anreise will Nagelsmann mit zwei komplett geheimen Trainingseinheiten am Mittwoch und Donnerstag die Zügel wieder anziehen. Dann ist auch Arsenal-Stürmer Kai Havertz mit dabei, der nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain trotz eigenem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 extra angereist war und nun das 26-köpfige Aufgebot komplettierte.

Am Freitag folgt die Abschlusseinheit vor der Generalprobe am Samstag (20.30 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker) im Soldier Field gegen WM-Gastgeber USA.

Spätestens dann wird Nagelsmann das Geheimnis lüften müssen, ob der von ihm fürs Nationalteam reaktivierte Weltmeister Manuel Neuer seine hartnäckigen Wadenbeschwerden auskuriert hat und bereit fürs Comeback im Tor der DFB-Auswahl ist.

Für Sportdirektor Völler ist der Chicago-Trip eine Rückkehr der besonderen Art. Bei der WM 1994 war die schmucke Metropole Heimstätte der deutschen Nationalmannschaft, im Achtelfinale gegen Belgien (3:2) erzielte der einstige Weltklassestürmer im Alter von 34 Jahren in der "Windy City" seine letzten beiden Länderspieltore.