Ein Gastgeber aus Topf 1
Mit Kanada hat die Schweiz aus Topf 1 eine scheinbar einfache Aufgabe erhalten. Die Mannen von Murat Yakin gehen damit einer ganz grossen Nation wie Spanien, Deutschland oder Brasilien aus dem Weg. Dennoch darf man die Ahornblätter keinesfalls unterschätzen, die noch vom Heimvorteil profitieren.
Ein Blick auf den Kader der Kanadier zeigt vor allem einen Starspieler: Alphonso Davies. Der Aussenverteidiger steht bei Bayern München unter Vertrag und befindet sich derzeit auf dem Weg zurück nach einem Kreuzbandriss. Bis zur Endrunde im Sommer wird Davies aber wieder in Vollbesitz seiner Kräfte sein. Mit Jonathan David wissen die Gastgeber zudem einen starken Goalgetter in den eigenen Reihen. Dazu winkt aus Schweizer Sicht ein Wiedersehen: Liam Millar, der einst beim FC Basel unter Vertrag gestanden hat, steht immer mal wieder im Aufgebot seiner Nationalmannschaft.
Der Gastgeber von 2022 gesellt sich ebenfalls zur Schweiz
Nachdem Katar 2022 die Weltmeisterschaft ausgetragen hatte, qualifizierten sich die Katarer nun erstmals sportlich für eine Endrunde. Dabei werden die Asiaten in der Gruppe auf die Schweiz treffen. Das letzte Duell dieser zwei Nationen endete für die Schweiz mit einer peinlichen 0:1-Testspielniederlage. Grundsätzlich darf aber auch Katar für die Schweiz als absolut machbare Herausforderung gewertet werden.
Eine Blackbox aus Topf 4
Die schwerste Aufgabe erwartet die Schweiz aus dem vermeintlich einfachsten Topf. Eine Nation aus dem europäischen Playoffpfad A wird die Gruppe B an der Endrunde komplettieren. In diesem Pfad spielen Italien, Bosnien & Herzegowina, Nordirland und Wales um ein WM-Ticket. Auch wenn Italien natürlich der grosse Favorit in diesen Playoffs ist, wären alle vier Nationen die wohl komplizierteste Aufgabe für die Schweiz in Nordamerika.
Verstecken muss sich die Schweiz aber vor allen vier Gegnern nicht. Gegen Italien hat die Nati schon an der vergangenen Europameisterschaft ihre Qualitäten bewiesen. Mit 2:0 konnte das Nachbarland im Achtelfinale ausgeschaltet werden. Käme es zu einem Duell mit den anderen drei Nationen, ist die Schweiz im Direktduell sogar klar zu favorisieren.
Fazit
Unter dem Strich darf sich die Schweiz über Losglück freuen. Der ganz grosse Gegner ist ausgeblieben. Dazu hat man mit Katar eine wirklich einfache Aufgabe bekommen, bei welcher drei Punkte mehr als nur erwartet werden dürfen. Aus emotionaler Sicht ist es zudem ein Highlight, gegen einen Gastgeber antreten zu dürfen, wie auch Captain Granit Xhaka kurz nach der Auslosung sagt: "Eine sehr coole Gruppe mit interessanten Gegnern. Natürlich wird es etwas Besonderes sein, in Kanada gegen das Heimteam zu spielen. Die Stimmung wird super sein."
Ins gleiche Horn bläst auch Remo Freuler, auch der Italien-Söldner streicht das Kanada-Los heraus: "Gegen einen Gastgeber spielen zu können, ist natürlich schön. Die Stimmung wird der Hammer sein. Dementsprechend ist Kanada ein super Los. Egal, wer es sein wird - der Gegner, der aus den Playoffs kommt, wird sehr attraktiv sein. Schwierig einzuschätzen, wie Katar spielen wird, aber an der letzten WM haben sie bereits gezeigt, dass sie Qualität haben. Insgesamt eine sehr tolle Gruppe, mit dem Highlight, gegen ein Austragungsland spielen zu können."
Auch Murat Yakin sieht in Katar die grösste Unbekannte, die die Schweiz erwartet. Trotzdem sieht der Nationaltrainer der Aufgabe mit Freude entgegen: "Sicherlich eine attraktive und gute Gruppe, in der wir uns unbedingt für die K.o.-Runde qualifizieren möchten. Uns erwartet ein hochmotivierter Gastgeber, der in jedem Spiel riesigen Support haben wird. Bei Katar ist es am schwierigsten einzuschätzen, was uns spielerisch erwartet. Und dann kommt so oder so ein starkes europäisches Team dazu, das wir gut kennen. Wir als Team und auch die Fans können uns auf tolle Spiele freuen." Die Vorfreude auf eine tolle Weltmeisterschaft aus sportlicher Sicht dürfte für die Schweiz nach dieser Auslosung also nicht kleiner geworden sein.