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Die Talentschmieden von Real Madrid und Borussia Dortmund im Vergleich

FIFA

Real Madrid und Borussia Dortmund stehen sich bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025™ gegenüber. Dabei treffen nicht nur zwei europäische Topklubs aufeinander, sondern auch gegenteilige Philosophien bei der Ausbildung junger Talente. Das Viertelfinale bietet einen perfekten Anlass, um die beiden Klubs einmal näher unter die Lupe zu nehmen und zu verstehen, warum ihre Talentschmieden in Europa so angesehen sind.

Die Fußballschule von Real Madrid in Valdebebas hat bereits Legenden wie Raúl, Emilio Butragueño, Iker Casillas, Daniel Carvajal oder Guti hervorgebracht. Spieler, die von Kindesbeinen an tagtäglich hohen Ansprüchen genügen und eine bestimmte Mentalität vermittelt bekommen, weiß José María Relucio, bekannt als "Relu", der das Privileg hatte, beide Akademien zu besuchen. "Nach Valdebebas zu kommen, ist Begeisterung pur. Dieses Gefühl, beim besten Klub der Welt zu sein, ist kaum zu beschreiben", erklärt er im Gespräch mit FIFA.com.

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Relu kennt die Unterschiede wohl so gut wie kaum jemand anders. Er spielte fünf Jahre bei Real Madrid, von der U-10 (Benjamín) bis zur U-14 (Infantil) und stieß nach Zwischenstopps in den Nachwuchsabteilungen von Atlético Madrid und Rayo Vallecano später zur zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. "Aus Dortmund habe ich Ausdauer und Arbeitsmoral mitgenommen. Dort wird schon von klein auf mehr Wert auf den physischen Aspekt gelegt. Ich habe gesehen, wie 12-Jährige im Fitnessraum trainiert haben. Das kommt in Spanien nicht so häufig vor", so sein Fazit.

Bei Real Madrid wird die richtige Einstellung und Talent gefordert. In "La Fábrica", wie die Talentschmiede auch genannt wird, ist der Konkurrenzkampf enorm. Sobald ein Kind das weiße Trikot überstreift, spürt es den Druck, spielen zu wollen, um später zu den Besten zu gehören. Durch diese Kultur werden technisch versierte Spieler mit Kampfgeist geformt, die sich in der Elite zurechtfinden. Casillas, Arbeloa, Nacho, Lucas Vázquez oder Morata sind Paradebeispiele dafür.

Die Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund ist nicht nur Talentelieferant für die erste Mannschaft des Klubs, sondern ein Antriebsmotor der gesamten Bundesliga. Hier wurden unter anderem Akteure wie Mario Götze, Marco Reus oder Christian Pulisic ausgebildet. Beim Klub setzt man Vertrauen in junge Spieler, umgibt sie mit erfahrenen Akteuren und gibt ihnen Raum. "In Deutschland wird früher mit der physischen Arbeit begonnen, und die Etappen sind besser strukturiert. Die Ausbildung ist stark darauf ausgerichtet, alle auf ein professionelles Niveau zu bringen", erklärt Relu.

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Spieler wie Götze sind mit Deutschland Weltmeister geworden. Reus hat dem Verein immer die Treue gehalten und ist zur Legende geworden. Pulisic hat den Sprung in die Premier League geschafft. Auch heute bringt Dortmunds Fußballschule noch reichlich Talente hervor. Youssoufa Moukoko und Jamie Bynoe-Gittens sind aktuelle Beispiele. Außerdem ist der Klub mit seinem Ansatz, junge Talente zu entwickeln und zu verkaufen zu den wichtigsten Akteuren auf dem europäischen Markt avanciert. In den letzten zehn Jahren wurde allein mit Ablösesummen mehr als 1,15 Milliarden Euro erwirtschaftet, wobei die Transfers von Dembélé (135 Millionen), Sancho (85 Millionen), Haaland (60 Millionen) oder Bellingham (103 Millionen) die Dimensionen veranschaulichen.

Relu nennt noch einen entscheidenden Unterschied zwischen beiden Modellen: "In Deutschland ist mir aufgefallen, dass die zweiten Mannschaften viel mit den ersten Mannschaften trainieren. In Spanien passiert das auch, aber nicht in diesem Maße. Dort weiß jeder Jugendspieler, dass er mit viel Arbeit die Chance hat, den Sprung zu schaffen." Der ehemalige Spieler, der mittlerweile nach Spanien zurückgekehrt ist und in der letzten Saison für Sestao River gespielt hat, geht auch auf die unterschiedlichen Herangehensweisen ein: "In Madrid ist der Druck sehr groß. In Deutschland geht man etwas anders an die Sache heran. Dort bekommst du mehr Zeit, um dich zu entwickeln."

Die Statistik untermauert diese Aussage. Madrid ist in Spanien der Klub, bei dem die meisten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. In Deutschland hat Dortmund gemeinsam mit dem FC Bayern München die Nase vorn, allerdings werden hier viele Talente aus dem Ausland integriert und schnell an das eigene System herangeführt. Achraf Hakimi kam beispielsweise von Valdebebas nach Deutschland und entwickelte sich dort zu einem Außenverteidiger von Weltklasse. Relu, der beide Seiten kennt, zieht ein eindeutiges Fazit: "Die Fußballschule von Madrid ist geprägt von Spielfreude. Die von Dortmund von Konstanz, Ausdauer und harter Arbeit." Zwei unterschiedliche Modelle. Zwei Wege, um Träume wahr werden zu lassen. Und ein Spiel, um uns dies noch einmal bewusst zu machen.


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