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"Diese Truppe gibt niemals auf": RWO beeindruckt mit Moral und Mannschaftsgeist

kicker

Drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde blickt man bei Rot-Weiß Oberhausen weniger auf den Tabellenstand - als Sechster mit sechs Punkten Rückstand auf Schalke II - als auf den Zustand im Kader und ist stolz darauf.

"So charakterstarke Leistungen habe ich noch nicht oft gesehen", fasst Trainer Sebastian Gunkel zusammen, was sich in der Schlussphase der Partie beim Wuppertaler SV abgespielt hatte: Beim Stand von 1:1 (nach Führung durch Moritz Stoppelkamp) sah Simon Ludwig nach einer Notbremse gegen Vincent Schaub Rot, und RWO geriet nach dem folgenden Foulelfmeter in Rückstand. Doch in Unterzahl markierte Luca Schlax zunächst den Ausgleich (87.), und Lucas Halangk ließ am Ende der Nachspielzeit noch den Siegtreffer folgen.

"Das Besondere an dieser Truppe", lobte Gunkel, "ist, dass sie niemals aufgibt." Wenn dann der Lohn kommt, beflügelt das zusätzlich und verleiht Schwung.

„Wir werden alles und jeden auf den Prüfstand stellen.“ (Dennis Lichtenwimmer-Conversano über das Wintertransferfenster)

Mit diesem Rückenwind wollen die Kleeblätter den Rest des Jahres herunterspielen und schauen dabei auch auf den Verbandspokal, in dem sie sich - einen Sieg beim Oberligisten VfB Homberg in der nächsten Woche vorausgesetzt - den MSV Duisburg nach Hause holen können. Da man in Oberhausen immer auf die Kasse schauen muss, wäre das hochwillkommen und würde wohl auch die Winterplanung mit einem von Trainern und Spielern erhofften Trainingslager forcieren.

Was man im Winter auf jeden Fall tun wird, formuliert Sportchef Dennis Lichtenwimmer-Conversano: "Wir werden alles und jeden auf den Prüfstand stellen", kündigt er an. Dass hinter solchen Formulierungen nicht nur heiße Luft steckt, erlebte in den letzten Wochen mit Moritz Stoppelkamp ausgerechnet der überragende Akteur der letzten Saison und einer der Unterschiedsspieler der Liga: Nach schwankenden Auftritten in den ersten Spielen war er auf die Bank gesetzt worden und kam wochenlang nicht mehr zum Einsatz.

Stoppelkamp nach Denkzettel zurück in der Startelf

RWO fing sich nach dem schlappen Start und fand ohne ihn Anschluss zur Spitze. Erst als auch öffentlich nach "Stoppel" und seiner künftigen Rolle gefragt wurde, kam es zu getrennten Vier-Augen-Gesprächen mit Trainer und Sportchef, in denen man sich dem Vernehmen nach "offen und klar" ausgetauscht habe.

Die Folge: Die Trainingsleistungen verbesserten sich, Stoppelkamp stand in Wuppertal wieder in der Startelf. Auch gegen den VfL Bochum II dürfte er wieder von Beginn an mitwirken, wobei ihm allerdings Phil Sieben nach auskuriertem Faserriss den Platz streitig machen könnte.

Verzichten muss RWO auf die gesperrten Drew Murray (noch zwei Pflichtspiele) und Ludwig (zwei Meisterschaftsspiele). Verletzt ist derzeit niemand, in der Abwehr ist das Personalangebot allerdings knapper geworden. In der öffentlichen Wahrnehmung scheinen das alles nur "Nebenkriegsschauplätze" zu sein, denn im Zentrum steht tatsächlich die überragende Moral in der gesamten Truppe, die von jedem Akteur - gefragt oder ungefragt - als Hauptgrund für die sportliche Entwicklung der beiden letzten Monate genannt wird. Und - in der Fußballprofi-Landschaft selten geworden - es fallen immer wieder Begriffe wie "Kameradschaft" und "Freundschaft".