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Dominostein Rogel: So ist der Stand

kicker

Aus Herthas Trainingslager in Kitzbühel berichtet Steffen Rohr

Im Österreich-Camp ist er gar nicht dabei, ein Thema ist er trotzdem. Agustin Rogel gilt als Dominostein in Herthas Personal-Puzzle. Der uruguayische Innenverteidiger, nach einer Leihsaison beim brasilianischen Erstligisten Internacional Porto Alegre nach Berlin zurückgekehrt, soll mit seinem Verkauf Budget freimachen für den dringend benötigten neuen Stürmer. In den Tagen von Kitzbühel hat Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen nochmal betont: "Wir müssen das Sportliche und das Wirtschaftliche im Rahmen halten. Den Rahmen kennt Benny Weber (Sportdirektor, d. Red.), und in dem Rahmen muss er agieren. Und ja, wir müssen auch noch Spieler abgeben - das weiß er."

Rogel bevorzugt eine Zukunft in Europa

Zwei Profis stehen aktuell auf der Verkaufsliste: der schwedische Mittelfeldspieler Bilal Hussein, der keine Rolle mehr bei den Profis spielt - und Rogel. Er kam 2022, zu Bundesliga-Zeiten, nach Berlin, sein bis 2026 laufender Vertrag ist entsprechend gut dotiert. Internacional Porto Alegre ließ zuletzt die Kaufoption, die bei etwa einer Million Euro lag, verstreichen. Bis Ende April war Leihspieler Rogel Stammkraft (fünf Einsätze in der brasilianischen Serie A, zwei in der Copa Libertadores, einer in der Copa do Brasil), danach nicht mehr. In Südamerika wird seit Wochen ein lebhaftes Interesse von Boca Juniors und Ex-Klub Estudiantes de La Plata kolportiert, zu einem konkreten Austausch eines Klubs mit Hertha kam es indes noch nicht.

Rogel, der erst Anfang Juli nach Berlin zurückkehrte und wegen des Fitness-Rückstands nicht mit ins Trainingslager nach Kitzbühel reiste, soll Stand jetzt in der kommenden Woche ins Mannschaftstraining der Profis integriert werden. Trotz der Verletzungssorgen in der Innenverteidigung, wo Pascal Klemens (Sprunggelenk-OP) bis weit in den Herbst und John Anthony Brooks (Muskelfaserriss in der Wade) mindestens noch etwa zwei Wochen ausfallen wird, ist kein Rogel-Comeback geplant. Der 27-Jährige favorisiert dem Vernehmen nach eine Zukunft in Europa - ob er am Ende tatsächlich zwischen mehreren Märkten wählen kann, müssen die nächsten Wochen zeigen.

Hertha braucht einen Volltreffer wie 2023 Tabakovic

Herthas Handlungsdruck im Sturm, wo Trainer Stefan Leitl aktuell nur Fabian Reese und Sebastian Grönning zur Verfügung hat, ist groß. Rogels Verkauf gilt als entscheidender Baustein. Aber inzwischen ist im Klub auch ein anderes zeitliches Szenario denkbar: dass der neue Neuner kommt, bevor Rogels Verkauf abgewickelt ist. Allerdings müsste dafür ein konkretes Marktinteresse für den uruguayischen Ex-Nationalspieler klar greifbar sein. Sportdirektor Weber ist gefordert. Aufstiegsanwärter Hertha braucht auf der Neun einen ähnlichen Volltreffer wie im Sommer 2023 Haris Tabakovic - und das recht schnell und zu Konditionen, die den Kreis der Bewerber zwangsläufig reduzieren. Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Liga-Start auf Schalke. Die Zeit drängt.