Den Fakt baut Niko Kovac lieber ein, ein Geheimnis ist es ja ohnehin nicht. Ja, der Dortmund-Trainer ist Mitglied auf Lebenszeit beim kommenden Gegner. Kein Wunder, feierte der Kroate doch 2018 mit Eintracht Frankfurt den sensationellen Pokalsieg gegen Bayern München und hat sich das gegenseitige Bekenntnis alleine damit verdient.
"Meine alte Liebe"
Doch, der Nachsatz kommt natürlich. Frankfurt sei zwar "fußballerische Heimat", aber natürlich möchte Kovac in der 2. Pokalrunde "als Trainer des BVB gegen meine alte Liebe gewinnen". Vor dem Bundesliga-internen Duell am Dienstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) findet er anerkennende Worte für die Arbeit auch nach seinem Abschied von den Hessen: "Sie machen Jahr für Jahr einen tollen Job. Das zeigt, dass man mit guten Entscheidungen gute Erfolge feiern kann."
Gute Entscheidungen muss er im Kleinen auch treffen. Denn Spiel 6 von 7 im intensiven Oktober wird von Kovac wieder Rotation erfordern. Kein Problem, der volle Kader gibt es weiter her und der Coach kann es den Bankspielern damit schmackhaft machen, dass zuletzt immer wieder die Einwechslungen für die Entscheidungen gesorgt haben, zuletzt Maximilian Beier mit seinem extrem späten Siegtreffer gegen den 1. FC Köln.
"Wir haben gute Jungs, die als Finisher kommen können", findet Kovac, neben Beier unter anderem auch mit Blick auf Vorbereiter Fabio Silva und den regelmäßigen Impulsgeber Julian Brandt. Die gute Auswahl in Kombination mit der starken Fitness seien somit auch Gründe, dass "wir in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauflegen konnten". Wobei, andersherum kam der BVB zuletzt in München, Kopenhagen und gegen Köln vor der Pause noch nicht ans Limit.
Großartige Veränderungen im Spieltags-Kader sind dabei nicht zu erwarten. "Alle sind wohlauf", sagt Kovac und darf für den November sogar mit zwei weiteren Rückkehrern rechnen. Emre Can und Julien Duranville, derzeit die einzigen Verletzen, steigern ihr Pensum weiter. Druck gebe es aber nicht, betont der Coach.
"Es muss hundertprozentig passen"
Der junge Belgier dürfe nach seiner Schulter-OP noch keine Zweikämpfe bestreiten, der Kapitän mache "ganz ordentliche Fortschritte" und zeige nach den Einheiten "positive Reaktionen". Nach der anstehenden Länderpause könnte es für beide soweit sein, passende Werte vorausgesetzt: "Es muss hundertprozentig passen, wir wollen fitte und gesunde Spieler."
In Cans Heimat Frankfurt muss der Spielführer also sicher noch zuschauen, für das Achtelfinale Anfang Dezember sollte es bei einem Sieg am Dienstag aber reichen. Und für Kovac, der auch mit der AS Monaco den Pokal gewann, soll es in diesem Wettbewerb weit gehen. "Jede Mannschaft will nach Berlin, wir auch", sagt er, und auch ein "schwieriges Auswärtsspiel gegen eine sehr gute Mannschaft" soll da nur eine vorübergehende Hürde sein: "Fürs Finale muss man sich gegen jeden Gegner beweisen, egal gegen wen und wo."