"Der Ball war prädestiniert dafür", sagte der Luca Herrmann nach der Partie im klubeigenen TV. Aber nicht, weil er von der rechten Seite perfekt hereingesegelt kam. "Er war ein bisschen zu hoch", beschrieb der 26-Jährige die Situation, "sodass ich mit dem Kopf nicht mehr hingekommen bin."
Den Ball durchzulassen, sei aber keine Option gewesen. Zum Glück für ihn, für Dynamo und für alle neutralen Fußball-Fans. "Ich habe einfach versucht, es hinzubekommen, den Bewegungsablauf hat man ja drin." Und Herrmann hat es dann perfekt hinbekommen, sein Fallrückzieher wird wohl in keinem Jahresrückblick fehlen.
Gut auch für Herrmann, der dadurch sein spektakuläres Siegtor selbst bewundern kann, denn: "Selbst bekommst du es ja gar nicht mit", sagte er. Tatsächlich saß er zunächst für wenige Sekunden auf dem Boden, erst als er den Jubel seiner Kollegen und der SGD-Fans mitbekam, realisierte er, dass der Ball im Bielefelder Tor eingeschlagen hatte. "Es ist gerade immer noch ein bisschen surreal", gestand er ein.
Bünning über Herrmann: "Er macht halt nur die Traumtore"
Dabei müsste er das Gefühl nach Traumtoren eigentlich kennen. Denn bereits vor knapp zwei Jahren gelang ihm selbiges schon einmal, beim 2:0-Heimsieg gegen den SC Freiburg II am 14. Spieltag der Drittligasaison 2023/24 traf er aus 50 Metern. "Er macht halt nur die Traumtore", sagte Lars Bünning. "Wenn es dann noch das Siegtor ist - das ist absolute Gänsehaut."
Beim Siegtorschützen wie beim Verteidiger überwog vor allem auch die Erleichterung über den ersten Sieg nach drei Niederlagen in den ersten drei Pflichtspielen. "Für die Phase, die wir durchlebt haben, fand ich uns mental sehr stabil", sagte Bünning. "Nach drei Niederlagen einen solchen Auftritt hinzulegen, ist brutal"