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Drochtersen/Assel rüstet auf: Stadionausbau als Signal für die 3. Liga

kicker

Sportlich ist der Klub bereit, strukturell will er es nun ebenfalls sein: Die SV Drochtersen/Assel treibt die Planungen für einen umfassenden Ausbau des Kehdinger Stadions gezielt voran.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Nur drei Punkte trennen die Mannschaft von der Tabellenspitze, gegen alle direkten Mitkonkurrenten tritt das bislang heimstärkste Team der Liga in der Rückrunde noch im eigenen Stadion an. "Der Verein will vorbereitet sein", lautet die klare Botschaft aus Drochtersen. Ein Aufstieg in die 3. Liga bringt schließlich neue Anforderungen mit sich - vor allem an die Infrastruktur.

Bausteine für die 3. Liga

Besonders wichtig für die Drittligatauglichkeit: eine leistungsstarke Flutlichtanlage, eine Rasenheizung und eine Zuschauerkapazität von mindestens 5000 Plätzen. Die neue Flutlichtanlage ist bereits genehmigt, die Kosten liegen bei rund 750.000 Euro. "Ab dem 12. Januar will der Klub die neue Anlage aufbauen", heißt es von Vereinsseite.

Aufwendiger ist die geplante Rasenheizung. Ohne Rasenheizung wäre ein Drittligabetrieb kaum darstellbar, da bei witterungsbedingten Spielausfällen finanzielle Einbußen durch gekürzte TV-Gelder drohen. Aufgrund der Kostspieligkeit des Projektes stellt Präsident Rigo Gooßen klar: "Dieses Projekt setzen wir nur um, wenn wir den Aufstieg wirklich vor Augen haben." Denn: Der bestehende Rasen müsste komplett abgetragen werden. Dabei belaufen sich die Kosten auf etwa 1,2 Millionen Euro. Der Verein plant, die Anlage dann mit erneuerbaren Energien zu betreiben.

Neue Tribünen als langfristige Lösung

Herzstück der Planungen sind neue Tribünen. Gegenüber der heutigen Haupttribüne sollen 2000 überdachte Sitzplätze entstehen, ergänzt durch VIP-Bereiche, mindestens 20 Presseplätze sowie TV-Kamerapositionen auf Höhe der Strafräume und der Mittellinie. In den Kurven sind Stehplatztribünen für 1100 Heim- und 1100 Gästefans vorgesehen, die bestehende Tribüne für 500 Zuschauer bleibt erhalten.

Unterm Strich würde das Kehdinger Stadion damit auf fast 5000 Plätze kommen, verteilt auf mehrere mittelgroße und große Tribünen. Bis Sommer 2026 werden die Neubauten allerdings nicht fertig sein - deshalb plant der Verein mit einer Übergangslösung.

Mobile Tribünen als Übergangslösung

"Wir arbeiten in der Bauphase mit mobilen Tribünen wie bei den DFB-Pokalspielen", sagt Gooßen. Damals bot das Kehdinger Stadion bei Gastspielen von Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Schalke 04 Platz für rund 8000 Zuschauer. Auch diesmal sollen mobile Tribünen hinter den Toren aufgebaut werden, "die Tartanbahn bleibt natürlich bestehen", betonen Gooßen und Sportdirektor Sören Behrmann. Diese wird nämlich unter anderem für den Schulsport in der Gemeinde genutzt.

Insgesamt rechnet der Verein mit einer Investition von rund fünf Millionen Euro. Flutlichtanlage und Vereinsheim werden bezuschusst, Tribünen und Rasenheizung finanziert D/A aus eigener Kraft - mit Unterstützung von finanzkräftigen Sponsoren und Partnern. Für die Spielvereinigung ist der Stadionausbau damit weit mehr als eine formale Voraussetzung: Er ist ein klares Bekenntnis zur sportlichen Perspektive und zur Zukunft des Vereins.