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Durch Yilmaz- und Wüst-Aus: Weber in Eddersheim zum Umbau gezwungen

kicker

Wenige Tage vor Weihnachten sorgt diese Nachricht für Aufsehen in der Hessenliga. Der FC Eddersheim hat sich von Halil Ibrahim Yilmaz und Dominik Wüst getrennt. Hintergrund: Beide spielen in der Icon League. Unterschiedliche Ansichten gebe es hinsichtlich der Frage, wie mit Terminkollisionen zwischen Hessenliga-Partien und Auftritten in der Kleinfeldliga umzugehen ist, berichtet Erich Rodler: "Die Spieler haben gesagt: In so einem Fall werden sie sich für die Icon League entscheiden. Als Verein haben wir dann erklärt, dass wir keine gemeinsame Zukunft haben. In Eddersheim geht es um Leidenschaft und Identifikation. Ich kann es gegenüber den Leuten hier nicht verantworten, dass sich jemand für die Icon League entscheidet und nicht für den FCE." Die beiden Akteure und der Klub seien "nicht im Bösen auseinandergegangen". Eine Sache sei für den 1. Vorsitzenden und Sportlichen Leiter nun klar: "Das Thema ist damit erledigt. Es wird keine Icon-League-Spieler mehr beim FC Eddersheim geben."

Trainer Carsten Weber ("Sportlich ist das für uns bitter, beide waren wichtig. Ich verstehe aber die sportliche Leitung") berichtet von einem "sachlichen Gespräch" am Montag. "Es sind zwei unterschiedliche Ansichten. Beide haben für sich ihre Berechtigung, sind aber nicht miteinander vereinbar." Der 41-Jährige muss künftig also ohne den erfolgreichsten Angreifer der Liga auskommen. Yilmaz thront mit 23 Treffern auf Platz 1 der Torschützenliste und liegt auch im bundesweiten Ranking der "Torjägerkanone® für alle" (5. Liga) weit vorn. Flügelspieler Wüst, der 2023 vom Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz kam, zählte ebenfalls zum Stamm der bislang so erfolgreichen Elf.

Schorr als Taktgeber

Diese ist mit sechs Siegen in Serie in die Saison gestartet und liegt zur Winterpause auf einem starken 2. Platz hinter Eintracht Frankfurt II. Zwar hat der Tabellenführer zehn Zähler mehr auf dem Konto - der Verfolger hat indes zwei Partien weniger absolviert. Auf den drittplatzierten KSV Baunatal hat der FCE schon sieben Punkte Vorsprung. Völlig zu Recht spricht Weber also von einer "sehr, sehr guten Hinrunde". In einer starken Liga habe das gesamte Team "einen super Job" gemacht.

Zumeist setzte der Eddersheimer Coach auf eine 4:2:3:1- oder 4:3:3-Formation. Eine spannende Aufgabe kam dabei Patrick Schorr zu. Der im Sommer von Türk Gücü Friedberg verpflichtete Allrounder lief als Linksverteidiger auf und übernahm im Ballbesitz die Position eines Sechsers. "Er kann dem Spiel einen Rhythmus geben, es beschleunigen, aber auch entschleunigen", lobt sein Trainer. In den nächsten Monaten werde der ehemalige Bundesliga-Akteur (TSG Hoffenheim) eine noch größere Rolle spielen: "Patrick konnte aus beruflichen Gründen wenig trainieren. Er wird körperlich auf einem ganz anderen Level sein." Und auch eine andere Position einnehmen? Weber hält sich die Option offen, Schorr in der Zentrale einzusetzen.

Mitgliederentscheid über möglichen Aufstieg

Wie er ("Wir werden und müssen anders Fußball spielen") seine Elf ohne Yilmaz und Wüst künftig formen wird, zählt zu den spannendsten Fragen der Restrunde. Nach Möglichkeit soll der Verlust in der Winterpause durch externe Verstärkung aufgefangen werden. Priorität: die Mittelstürmer-Position. Klar ist unterdessen, dass der FCE-Coach selbst weiter an Bord bleibt. "Ich bin hier sehr glücklich und auch stolz, in diesem Verein arbeiten zu dürfen", so der Pädagoge. Anfang Dezember verlängerte er seinen Kontrakt bis Sommer 2027 - ganz zur Freude der sportlichen Leitung. "Er ist ein toller Mensch und passt hervorragend zum Verein. Carsten ist ein Glücksfall für uns. Er weiß, was er am FC Eddersheim hat, und wir wissen, was wir an ihm haben", betont Rodler, der alles daransetzen will, mindestens den 2. Platz zu erreichen. Und den FCE im Sommer vielleicht sogar in die Regionalliga führen wird? "In der Saison 2021/22 haben wir schon einmal die Lizenzunterlagen eingereicht, es aber sportlich nicht geschafft. Ich denke, wir hätten damals die Lizenz bekommen und wären diesen Weg gegangen", so der Funktionär. Nun, einige Jahre später, sei der Verein noch weiter und habe bessere Voraussetzungen. Rodler ist optimistisch, die Bedingungen für die Regionalliga Südwest erfüllen zu können, und beabsichtigt, die Mitglieder einzubinden. 2026 sollen sie im Rahmen einer Jahreshauptversammlung darüber entscheiden, ob der Gang in die Viertklassigkeit angestrebt wird.