Für den KSC dürfte es sich am Samstag wie ein Déjà-vu angefühlt haben. Mit dem 1. FC Magdeburg gastierte wie vor zwei Wochen mit dem 1. FC Nürnberg eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller. Nur traten weder der FCM noch der FCN, was das Spielerische angeht, auf wie Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Was das Spiel mit Ball und auch die Anzahl an Torchancen angeht, war der KSC erneut unterlegen. Wie schon gegen den Club aus Nürnberg (2:1) hieß der Sieger am Ende aber erneut Karlsruher SC.
Christian Eichner sah sich erneut als "der glückliche Sieger", seine Mannschaft habe sich "offensiv wie defensiv schwergetan, ins Spiel zu finden". Was aber keine Folgen hatte, weil zum einen der Gegner zu wenig aus seinen Vorteilen machte, und zum anderen Keeper Hans Christian Bernat einmal mehr einen starken Nachmittag erwischte - sechs Paraden sammelte der Sommer-Neuzugang gegen Magdeburg.
Kobald: "Zu Hause sind wir eine Wucht"
Neben Bernat konnte sich der KSC zudem auf die eigene Stärke, immer fähig für ein Tor zu sein, verlassen. Diesmal in Person von Christoph Kobald, der in der Schlussphase eine Maßflanke von Marvin Wanitzek perfekt einköpfte und Karlsruhe zum vierten Mal in dieser Saison zum Sieger im eigenen Stadion machte. "Zu Hause sind wir eine Wucht", strahlte Kobald nach Schlusspfiff. Womit er absolut recht hat: Die letzte Niederlage im neuen Wildpark gab es am 9. Februar (0:2 gegen Braunschweig).
Vor zwei Wochen gab Eichner noch FCN-Coach Miroslav Klose lobende Worte mit auf den Weg, auch am Samstag zollte Eichner der Leistung des Gegners hohe Anerkennung. Man könnte den Eindruck gewinnen, die Gäste-Trainer tun dem KSC-Coach ein wenig leid. "Da spiegelt sich Fußball teilweise auch im Tabellenbild wider, dass das Momentum nicht in Magdeburg ist und seit Saisonbeginn noch gar nicht vorbeigeschaut hat - und bei uns doch das ein oder andere Mal Gast war", so Eichner.
„Wir haben 1:0 gewonnen. Das zählt, alles andere interessiert morgen keine Sau.“ (Philipp Förster)
Für den starken Saisonstart müsse sich sein Team aber keinesfalls schämen. Was auch Startelfdebütant Philipp Förster so sieht: "Wir haben 1:0 gewonnen. Das zählt, alles andere interessiert morgen keine Sau." Eine trockene, aber völlig korrekte Aussage.
14 Punkte hat der KSC nach sieben Spielen gesammelt und schwimmt im Spitzenkreis voll mit. Eichner weiß die Situation aber einzuschätzen. "Ich bin unsexy und sage, dass man erst mal die Schallmauer erreichen muss. Ich würde gerne in Jubelstürme ausbrechen, aber dazu haben wir fußballerisch noch zu viel Luft nach oben", gibt er ehrlich zu.