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Eilenburg beendet den Welpenschutz: "Wer nicht mitzieht, hat ein Problem"

kicker

Die Kräfteverhältnisse in der Regionalliga Nordost zeigen sich schon allein beim Blick auf die Wintervorbereitung: Während Teams wie Lok Leipzig, Zwickau, Carl Zeiss Jena oder der Chemnitzer FC an der türkischen Riviera beste Bedingungen genossen, musste der FC Eilenburg in den ersten Trainingseinheiten in eine Leipziger Sporthalle ausweichen und dort Seite an Seite mit Freizeitsport-Mannschaften für die Rückrunde üben.

Die Eilenburger stecken im Tabellenkeller und sind als Vorletzter in höchster Abstiegsgefahr. Neu ist die Lage für die Nordsachsen, die die Liga mit dem kleinsten Etat und ohne Profis bestreiten, nicht. "Wir kennen die Situation aus den letzten Jahren und lassen uns nicht verunsichern. Wir glauben an uns und werden auch diesmal über dem Strich landen", ist Sportchef Stephan Hofmann überzeugt.

Auch Trainer Kevin Rodewald lässt keinerlei Zweifel aufkommen. Sein Optimismus hat auch mit seiner eigenen Bilanz zu tun. Teams, die Rodewald trainierte, holten in der Rückrunde stets mehr Punkte. Woran das liegt? "Ich bleibe meiner Idee treu und lasse Fußball spielen. Dieser Ansatz setzt sich am Ende durch. Wer auf Kick-and-Rush setzt, wird nie kontinuierlich erfolgreich sein", ist der 34-Jährige überzeugt.

„Ich kann aus einem Eilenburger Fußballer keinen Weltklassespieler machen. Das wäre Zauberei und das schafft kein Trainer.“ (Trainer Kevin Rodewald)

In der Winterpause wird nur noch an kleinen Stellschrauben gedreht. "Ich kann aus einem Eilenburger Fußballer keinen Weltklassespieler machen. Das wäre Zauberei und das schafft kein Trainer. Wir werden aber Feinheiten verbessern, um auf bestimmte Situationen besser reagieren zu können", so Rodewald, der von jedem Einzelnen "den nächsten Schritt" fordert.

Die Zeit des Welpenschutzes sei vorbei. "Wer nicht mitzieht, hat ein Problem", sagt der Coach, dem es auch um das "Mindset" geht. "Wir wollen in die Köpfe der Spieler reinkommen und uns die Frage stellen: Wer sind wir und wer wollen wir sein?", wird Rodewald schon etwas philosophisch.

Gemeint ist damit auf dem Platz auch eine gewisse Gier. Die hätte sich der Coach beim 4:1-Testsieg gegen Oberligist Germania Halberstadt beispielsweise noch mehr gewünscht. "Wir führen relativ schnell deutlich und werden dann hektisch und unsauber", so der Coach.

Personell werden die Eilenburger bis zum Auftaktspiel nicht nachlegen. Wobei Noah Baumann fast als Neuzugang durchgeht. Der Spielmacher und beste Torschütze der Vorsaison verpasste die Hinrunde wegen eines Syndesmosrisses und soll mit seiner Qualität die Torgefahr erhöhen. Dafür hat sich mit Niklas Borck ein Offensivmann verabschiedet. Der 22-Jährige bat um die Auflösung seines Vertrags. Er war unter Rodewald kaum zum Zug gekommen und will sich jetzt auf seine berufliche Zukunft konzentrieren.

Sinne schärfen heißt es auch für die Eilenburger, denn gleich zum Rückrundenstart reist mit Hertha BSC II quasi ein Angstgegner an. 2025 kassierten die Eilenburger zwölf Gegentreffer in zwei Spielen gegen die Berliner. Rodewald blickt dem Spiel dennoch gelassen entgegen, will den Gegner in einem Testspiel beobachten und sagt mit Blick auf den Start: "Mir wird nicht angst und bange. Unsere Spiele waren mit Ausnahme von Hertha II und Magdeburg II immer eng. Wenn wir noch zehn Prozent draufpacken, ziehen wir auch diese Duelle auf unsere Seite."

Und dann würde der Traum vom vierten Regionalliga-Jahr in Folge tatsächlich Realität werden.