In der ersten Viertliga-Saison seit 2006/07, als die Oberliga Baden-Württemberg noch vierthöchste Spielklasse war, offenbart der SV Sandhausen noch gehörige Anpassungsschwierigkeiten. Nach vier Spieltagen rangiert die Mannschaft von Olaf Janßen in der Regionalliga Südwest mit gerade einmal drei Punkten auf Platz 16.
Das Wort "Oberliga" muss man am Hardtwald zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison zwar bei weitem noch nicht in den Mund nehmen, aber Gegensteuern wäre aus Sicht der Kurpfälzer nicht verkehrt. Mit Robin Krauße hat der SVS am Freitag einen vielversprechenden Neuzugang vorgestellt. Der 31-jährige defensive Mittelfeldspieler kommt direkt aus der 2. Bundesliga von Eintracht Braunschweig. Für die Niedersachsen und vorher im Trikot des FC Ingolstadt 04 und des SC Paderborn 07 brachte es der im thüringischen Rudolstadt geborene Krauße auf insgesamt 115 Zweitliga-Partien.
"Robin wird unserer jungen Mannschaft gut zu Gesicht stehen", ist Janßen auch deswegen überzeugt. Der SVS-Coach will sich beim Krauße-Transfer aber nicht nur auf dessen Vergangenheit fokussieren, sondern erklärt: "Er überragt in Sachen Energie und Leidenschaft auf dem Platz und bringt die nötige Ruhe und Führung mit, die wir brauchen. Seine Zweikampfstärke und sein Spielverständnis werden uns sehr helfen."
"Ein echter Aufbruch"
"Die Gespräche haben mich überzeugt, dass hier ein echter Aufbruch stattfindet", verrät Krauße, dem der Abschied aus Braunschweig nicht leicht fiel: "Als ich 2021 hier unterschrieben habe, kam ich als Spieler - heute verlasse ich den Verein gemeinsam mit meiner Familie als Fan." Der 31-Jährige betont auch, dass sein Wechsel nicht nur sportliche Gründe gehabt habe: "Bis zuletzt war es mein Wunsch, einen neuen Weg einzuschlagen - eine Entscheidung, die keinesfalls gegen diesen wunderbaren Verein gerichtet ist, sondern vielmehr eine für meine Familie und alles, was damit zusammenhängt."
Bestätigt auch Braunschweigs Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel, der ergänzt: "Nach einer komplizierten Sommervorbereitung, in der er uns über weite Teile nicht zur Verfügung stand, haben wir gemeinsam entschieden, ihm den Wechsel nach Sandhausen nun zu ermöglichen." Kessel honoriert, wie Krauße seit 2021 im blau-gelben Trikot aufgetreten ist: "Robin hat mit viel Herzblut und Leidenschaft für die Eintracht gespielt, war im Verein und im Umfeld sehr geschätzt und hat sich große Verdienste erworben."
In seinem ersten Braunschweiger Jahr gelang sofort der Aufstieg. In Sandhausen sind es zwar auch nur neun Punkte Rückstand auf Platz 1, doch für den Moment wäre man am Hardtwald wohl schon froh, dem Tabellenkeller entfliehen zu können.