Als in diesen Tagen durchgesickert war, dass sich die Düsseldorfer mit einer Verpflichtung von Shon Weissman vom FC Granada aus Spaniens 2. Liga beschäftigt hatten, kam es unter anderem zu Protesten aus dem F95-Fanlager.
Der Hintergrund: Der 29-jährige Torjäger Weissman - vergangenes Jahr auch in Italien für US Salernitana unterwegs - hatte nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 in den sozialen Netzwerken etwa die Auslöschung Gazas gefordert und war zudem in den vergangenen Jahren immer wieder damit aufgefallen, Beiträge mit solchen Forderungen zu liken.
Letztlich nahmen die Rheinländer deshalb Abstand von einem Transfer und erklärten ihr Vorgehen an diesem Freitagabend auch offiziell. Alles im Zuge eines Treffens zwischen dem Vorstand von Fortuna, Vertretern der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und Wolfgang Rolshoven, dem Antisemitismus-Beauftragten der Stadt Düsseldorf.
"Kein guter Wegbegleiter für eine erfolgreiche Saison"
Die genaue Stellungnahme des Zweitligisten dabei: "Leider ist aus einem eigentlich unpolitischen Vorgang, einen Spieler zu verpflichten, ein Politikum geworden. Bei einer Spielerverpflichtung geht es darum, ob der Fußballer aufgrund seiner sportlichen Qualität und seines Charakters zur Fortuna passt. So war auch unsere Vorgehensweise bei dem Versuch, Shon Weissman unter Vertrag zu nehmen."
Am Ende aber habe der Traditionsklub feststellen müssen, "dass sich seine in den sozialen Medien getätigten Aussagen und der anschließende Umgang damit nicht mit unseren Werten in Einklang bringen ließen. Dies und die sich daraus unvermeidlich ergebende Polarisierung sehen wir als keine guten Wegbegleiter für eine erfolgreiche Saison. Es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, damit wir unsere hochgesteckten sportlichen Ziele erreichen. Die abschließende Bewertung aller Informationen und unsere Gespräche mit Shon Weissman haben schließlich zu der Entscheidung geführt, ihn nicht zu verpflichten."