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Für Ethan: Macclesfield und der historische Triumph

kicker

Der 10. Januar 2026 wird in die FA-Cup-Annalen als der Tag eingehen, an dem ein Sechstligist aus der National League North Crystal Palace aus dem Wettbewerb warf. Macclesfield FC, der Nachfolgeklub von Macclesfield Town, besiegte den amtierenden Titelträger in der 3. Runde vor rund 5.000 Fans im Stadion The Moss Rose mit 2:1. Die alte Seidenindustriestadt, etwa 30 Kilometer südlich von Manchester gelegen, stand kopf. Es war die größte Überraschung in der 155-jährigen Geschichte des Wettbewerbs.

Der Erfolg gewinnt angesichts der turbulenten Geschichte des Vereins noch größere Bedeutung. Das ursprüngliche Macclesfield Town ging 2020 pleite und wagte ein Jahr nach der Neugründung durch den lokalen Geschäftsmann Rob Smethurst in der 9. (!) Liga einen Re-Start. "Ich bin sprachlos. Das ist wie ein Traum", sagte Smethurst nun gegenüber dem sid - und gab an, nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, als er vor rund sechs Jahren den Klub kaufte und so vor der Pleite bewahrte. Er habe zuvor nämlich "vier Tage lang getrunken".

Rooneys Bruder als Coach

Drei Aufstiege in vier Spielzeiten haben den Klub seitdem in die 6. Liga katapultiert, wo er aktuell allerdings nur auf Platz 14 rangiert. Mit einem Trainer, der auf einen berühmten Nachnamen hört: John Rooney ist der jüngere Bruder von Wayne Rooney, dem nach der Sensation in seiner Rolle als BBC-Experte vor den laufenden Kameras fast die Tränen kamen: "Ich bin so stolz", stammelte Englands Ex-Nationalspieler.

Bruder John war redseliger: "Ich kann es nicht glauben. Wir hätten nie gedacht, dass wir dazu in der Lage sein würden. Wir waren von Anfang an unglaublich. Ich denke, wir sind der verdiente Gewinner. Ich könnte nicht stolzer auf die Jungs sein", sagte er in die Mikrofone. "Sie waren die bessere Mannschaft. Sie wollten es mehr. Sie waren aggressiver", gab Palace-Kapitän Marc Guehi zu. Auch Coach Oliver Glasner nahm nach der Blamage kein Blatt vor den Mund: "Es war sehr schwer, das mit anzuschauen. Es gab keine körperliche Präsenz, keinerlei Qualität im Angriff. Das macht es so enttäuschend", so der Ex-Frankfurter.

Zu Helden wurden auf Kunstrasen natürlich auch die beiden Torschützen Isaac Buckley-Ricketts und Kapitän Paul Dawson, der früh eine Platzwunde erlitt - und mit Turban zum 1:0 traf. "Mein stärkster Fuß ist der Kopf", meinte er im Anschluss.

Klubboss Smethurst wird Dawson und Co. nun mit einem Sommerurlaub auf Ibiza belohnen, doch in all den Jubel mischte sich auch das Gedenken: Mitspieler Ethan McLeod verstarb am 16. Dezember bei einem Autounfall nach einem Spiel. "Ich habe das Gefühl, er ist hier bei uns", sagte Coach Rooney.