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Eintracht Trier: So soll Biondic ersetzt werden

kicker

Südwest-Regionalligist Eintracht Trier hat es dank des spektakulären Winter-Transfers von Mateo Biondic zum belgischen Champions-League-Club Union Saint-Gilloise zuletzt international in die Schlagzeilen geschafft. Für die Moselaner gilt es nach dem größten Deal der Vereinsgeschichte nun, ihren in dieser Saison bis dato besten Scorer (sieben Tore, fünf Vorlagen) bestmöglich zu ersetzen.

Das soll zum einen personell geschehen. Mit Sean Seitz, der zuletzt ein unglückliches Auslands-Engagement beim slowakischen Erstligisten MFK Skalica hatte, wurde eine neue Offensivkraft unter Vertrag genommen. Vom 23-jährigen gebürtigen Karlsruher, der 61 Drittliga-Spiele für Erzgebirge Aue bestritten hat, wird erwartet, dass er sich ebenso wie Biondic oft im gegnerischen Strafraum zeigt. "Hoffentlich bringt er dann im Abschluss die Effizienz rein, die uns zuweilen leider vorne gefehlt hat", sagt Eintracht-Trainer Thomas Klasen. Gleichzeitig ist Seitz ein etwas anderer Spielertyp. Während Biondic vorne eher um einen Mittelstürmer herum agiert hat, kommt Seitz mehr über außen, wo er ins Eins-gegen-eins geht.

Hoffnungen in Tekerci

Grundsätzlich soll in der Eintracht-Offensive die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden. Hoffnungen ruhen dabei unter anderem auf Sinan Tekerci. Der 32-jährige Routinier kommt nach seinem späten Sommer-Wechsel von den Stuttgarter Kickers und infolge einer zwischenzeitlichen Zerrung erst auf zwei Startelf-Einsätze in der Regionalliga. "Wenn er die Vorbereitung gut durchziehen kann, kommt er in einen anderen Rhythmus. Er wird dann sicher mehr Spielzeit bekommen und so auch mehr Verantwortung übernehmen können", sagt Klasen.

Aber auch andere Akteure sollen sich im Bestfall nachhaltiger als bislang zeigen. Etwa Stürmer Hokon Sossah, der noch auf sein erstes Saisontor in der Regionalliga wartet. Oder Tim Sausen. Oder auch der flexibel einsetzbare Sommer-Zugang Fabio Lohei. Womöglich kann zudem Nachwuchsmann Chris Filipe (19) bereits einen weiteren Sprung nach vorne machen. "Wir haben weiterhin genug Qualitätsspieler vorne", ist Eintracht-Sportdirektor Daniel Hammel überzeugt.

Effizienz als Ziel

Das Offensivspiel soll sich strukturell nicht ändern - gleichwohl arbeitet die Eintracht in der Wintervorbereitung an einer besseren Balance. "Wir haben uns darauf verständigt, im Spiel den Rhythmus etwas zu verändern, um eine bessere Effizienz zu erlangen. Wir waren im bisherigen Saisonverlauf die beste Mannschaft zwischen den Strafräumen. Das belegen Zahlen zu herausgearbeiteten und zugelassenen Chancen. Jetzt gilt es für uns, in den Strafräumen eine bessere Mannschaft zu werden - hinten und vorne", sagt Klasen.

Plakativ gilt das Motto: Lieber mal mit 1:0 gewinnen als sich mit einem zu übereifrigen "Hurra-Stil" Probleme zu schaffen. Es geht um einen bewussteren Umgang mit Ballbesitz und Variationen im Pressing-Verhalten. Coach Klasen: "Wir müssen uns im Spiel auch mal mehr Ruhepausen gönnen, anstatt permanent anzuschieben. Dazu gehört, von hinten heraus auch mal länger aufzubauen, statt direkt mit dem erstbesten Lösungsversuch nach vorne zu gehen."