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Erfrischend, aber erfolglos - GC sucht den Weg aus dem gefährlichen Fahrwasser

kicker

Die Hoppers stehen nach zehn Spieltagen mit nur neun Punkten zu Buche, womit man im Schnitt also weniger als einen Zähler pro Partie erobern konnte. Zwei Siege, drei Unentschieden sowie fünf Niederlagen lautet die bisherige Ausbeute des Zürcher Vereins.

Damit liegt man einmal mehr auf dem Barrage-Rang, nur der FC Winterthur steht noch mit weniger Punkten da. Im Vergleich zur letzten Saison haben die Hoppers bis dato nur einen Punkt mehr erobern können, trotzdem scheint heuer die Stimmungslage deutlich positiver zu sein. Doch warum eigentlich? Schliesslich lässt die aktuelle Punkteausbeute viel eher den Schluss zu, dass die Hoppers auf der Stelle treten. Eine Entwicklung ist aber definitiv zu sehen, zumindest, wenn man sich die Leistungen anschaut.

Zu schlechter Lohn für mehrheitlich gute Auftritte

Der neue Sportchef Alain Sutter hat sich vor der Saison der Jugend verschrieben und dies wird von Cheftrainer Gerald Scheiblehner auch zu 100 Prozent mitgetragen. Die sechs jüngsten Startaufstellungen in dieser Super-League-Saison stammen allesamt von GC. Bei der knappen 1:2-Pleite in Lugano schickte der Österreicher eine Startelf mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 22,6 Jahren auf den Rasen.

Mit erfrischenden Auftritten haben sich die mehrheitlich jungen Hoppers schon viel Lob verdient, konnte man doch mit Ausnahme des komplett missratenen Spiels in St.Gallen (0:5) stets irgendwelche positive Erkenntnisse aus der Leistung ziehen.

Bei den Niederlagen gegen Luzern (2:3) oder in Lugano (1:2) war man keinesfalls die schlechtere Mannschaft, hätte man diese Partien mit etwas mehr Glück auch gewinnen können. In Basel (1:2) wäre auch ein Punktgewinn möglich gewesen, auch wenn der amtierende Schweizer Meister überlegen gewesen ist. Auch gegen Sion (0:1) hätte man sich zumindest einen Punkt verdient, trotz numerischer Unterzahl zeigten die Hoppers eine kämpferisch sehr engagierte und überzeugende Leistung. Gegen Servette und Winterthur verspielte GC jeweils eine Führung, weswegen man letztlich je zwei Zähler verloren hat.

Summa summarum darf man durchaus behaupten, dass der Grasshopper Club Zürich in dieser Saison bislang zu schlecht weggekommen ist, was die Punkteausbeute anbelangt. Der Konjunktiv ist im Fussball jedoch nie ein guter Begleiter, weswegen man die Augen vor der Realität keinesfalls verschliessen darf. Ansonsten begibt sich der GCZ in sehr gefährliches Fahrwasser.

Die letzte Länderspielpause kam zu einem ungünstigen Moment

Es ist normal, dass die blutjunge Mannschaft der Hoppers mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hat, wie etwa Trainer Gerald Scheiblehner nach der Klatsche von St.Gallen bekräftigte.

„Mit den Jungen geht es nicht mehr immer aufwärts. Wir haben viele junge Spieler. Wir sind das drittjüngste Team in ganz Europa, in der ersten Liga. Deswegen sind solche Schwankungen ganz normal.“ (Gerald Scheiblehner, Blick, 26.10.25)

Es wird also auch im weiteren Verlauf der Saison Spiele geben, in welchen der Schweizer Rekordmeister nicht an seine Leistungsgrenze herankommen und vermutlich deswegen auch noch die ein oder andere Niederlage einstecken wird.

Das grössere Problem ist derzeit definitiv, dass sich GC auch für gute Leistungen nicht belohnen kann, wie bereits weiter oben beschrieben. Eine Ausnahme stellte der beeindruckende 3:0-Derbysieg gegen den FCZ dar, bei welchem man eigentlich dachte, dass dieser als Initialzündung für eine positive Serie gelten könne.

Mittlerweile muss man jedoch feststellen, dass der überzeugende Erfolg gegen den Erzrivalen zu einem ungünstigen Zeitpunkt kam; nämlich direkt vor der Oktober-Länderspielpause. Die entfachte Euphorie während zwei Wochen ohne Pflichtspiel aufrechtzuerhalten, stellte sich letztlich als zu grosse Hürde auf. Wobei die aktuell fehlende Disziplin der Hoppers sein Übriges beigetragen hat.

Vier Platzverweise in vier aufeinanderfolgenden Spielen

Kein anderes Super-League-Team hat in dieser Saison derart viele Platzverweise gesehen wie die Männer von Gerald Scheiblehner. Die Hoppers mussten bereits vier Partien in Unterzahl beenden; und sämtliche Rote Karten sah man in den letzten vier Partien.

Die wenig schmeichelhafte Serie startete mit der Gelb-Roten Karte für Dorian Paloschi bei der 1:2-Pleite in Lugano. Im Zürcher Derby liess sich dann Luke Plange kurz vor Schluss zu einer unbedachten Tätlichkeit hinreissen. Beim Heimspiel gegen Sion, wo der Verein eigentlich den Rückenwind vom Derbysieg mitnehmen wollte, war es ausgerechnet Routinier Saulo Decarli, der wegen einer Notbremse bereits in der 12. Spielminute sein Team arg schwächte. In St.Gallen sah dann Youngster Matteo Mantini zu Beginn der zweiten Hälfte seine zweite Gelbe Karte.

Angesprochen vom Blick, ob GC ein Disziplinproblem habe, meinte der GC-Coach zerknirscht. "Wenn man sich die Roten Karten anschaut, braucht man solche Fragen nicht zu stellen." Es sei aber in der Tat unangenehm, wenn man vier Super-League-Spiele in Serie zu Zehnt beenden müsse. "Wahrscheinlich ist es der jungen Mannschaft geschuldet, dass die Spieler teilweise ungestüm in die Zweikämpfe gehen."

GC muss erwachsener werden, um nicht bis zum Ende zittern zu müssen

Es ist also klar, dass Scheiblehner bei seinem Team in Sachen Disziplin anpacken muss, denn mit jedem Platzverweis schadet sich das Team nur selbst. Nicht nur darum, weil man das Spiel in Unterzahl beenden muss, sondern auch in der Folge, wenn der Spieler gesperrt fehlt.

Nach der Kanterniederlage von St.Gallen sprach der GC-Coach davon, dass es in Teilen der Partie so ausgesehen habe, als würden "Kinder gegen Erwachsene" spielen. Die Jugendlichkeit im Spiel der Hoppers ist natürlich dem Alter der vielen Youngster geschuldet. Das Positive daran ist, dass die Spieler grosses Entwicklungspotenzial besitzen und mit ganz viel Energie agieren. Die Kehrseite sind jedoch die krassen Leistungsschwankungen sowie naiven Fehler.

Will GC nach zuletzt zwei Barrage-Teilnahmen in Folge in dieser Saison den vorzeitigen Klassenerhalt schaffen, muss die Mannschaft definitiv erwachsener werden. Dies ist natürlich ein sehr schwieriges Unterfangen, doch Scheiblehner hat bereits bewiesen, dass er die Fähigkeiten besitzt, dies zu meistern.

Es gibt eine berühmte Redewendung, die aussagt, dass etwas Gutes scheitert, obwohl es eigentlich vielversprechend ist. Im Fussball wäre dies beispielsweise eine Mannschaft, die zwar schön und gut spielt, aber trotzdem verliert. Der Grasshopper Club Zürich muss schleunigst damit anfangen, sich selber zu belohnen, ansonsten droht man, am Ende der Saison in Schönheit zu sterben.