Das lange Warten von Rapid auf ein Erfolgserlebnis ist seit Samstag zu Ende. Das Heim-2:0 über den WAC bedeutete den ersten Pflichtspielsieg nach davor zwölf vergeblichen Versuchen, die Chance auf ein Ticket für die Meistergruppe der Bundesliga wurde gewahrt. Dementsprechend groß war die Erleichterung bei den Spielern und auch bei Johannes Hoff Thorup, der in seinem vierten Spiel auf der Rapid-Trainerbank erstmals gewann.
Dem Dänen war allerdings bewusst, dass der erlösende Dreier nicht das Produkt eines glanzvollen Auftritts war. In einem zerfahrenen Match zweier verunsicherter Teams habe man bewusst simpel agiert und auch auf Umschaltmomente gesetzt. "Das ist nicht mein bevorzugter Weg, zu gewinnen", gestand Hoff Thorup und gab sich im Zusammenhang mit dem enttäuschenden Auftritt in der ersten Hälfte selbstkritisch. Er habe seine Spieler für das Angriffspressing nicht richtig positioniert. "Das war mein Fehler."
Der Fehler wurde korrigiert, doch mehr Einfluss auf den Ausgang des Spiels hatten die Einwechslungen. Die Torschützen Matthias Seidl und Daniel Nunoo wurden ebenso eingetauscht wie Petter Nosa Dahl, der Assistgeber zum 1:0. Letzterer bewies einmal mehr, dass er für Rapid zum Trumpf werden könnte - sofern er fit bleibt. Der 22-jährige Norweger gilt als anfällig für Muskelverletzungen, fehlte deshalb bereits über zwei Monate im Herbst und versäumte aus diesem Grund auch die Wintervorbereitung. Die Partie gegen den WAC war Dahls erste seit dem 6. Dezember des Vorjahres.
Dahl als "Gamechanger"
Hoff Thorup weiß, dass man den Offensivmann behutsam behandeln muss. "Dahl ist eine wichtige Waffe für uns. Wir müssen vorsichtig mit ihm umgehen und seine Einsatzminuten gut planen. Er ist ein Gamechanger." Dahl kam im vergangenen Sommer zu Rapid - ebenso wie sein Landsmann Tobias Gulliksen, der gegen den WAC einmal mehr komplett enttäuschte. Hoff Thorup bat im Zusammenhang mit dem vier Millionen Euro teuren Rapid-Rekordeinkauf um Geduld. "Er hat Potenzial. Wenn er noch Zeit braucht, bekommt er sie."
Gulliksen machte zur Pause Platz für Kapitän Seidl, an dessen Stelle der erst vor wenigen Wochen verpflichtete Andreas Weimann die Schleife trug. Seidl wird von Hoff Thorup bevorzugt an den Flügeln und damit nicht in seiner bevorzugten Region im Zentrum eingesetzt, zeigte sich aber diplomatisch. "Natürlich ist es nicht immer leicht, vielleicht haben noch nicht alle Spieler die richtigen Positionen gefunden. Wir haben einiges ausprobiert. Jetzt wird es Zeit, dass jeder seine Position findet, damit wir von jedem das Beste rausholen können."
Dieser Prozess sollte schnell abgeschlossen sein, denn in den zwei ausstehenden Partien warten schwierige Aufgaben. Zunächst geht es auswärts gegen die formstarken und nur einen Punkt hinter Rapid liegenden Altacher, danach gastiert Red Bull Salzburg im Allianz Stadion. In diesem Match hofft der Trainer auf eine Rückkehr der Fan-Unterstützung - gegen den WAC blieb der Block West zu zwei Dritteln leer. "Alle wollen, dass die Fans hinter uns stehen, sie sind außergewöhnlich. Wir wollen sie zurückbringen", erklärte Hoff Thorup.