Dass Zweitliga-Schiedsrichter Richard Hempel am 28. November im Thüringen-Derby einiges zu tun bekommen würde, war abzusehen. Doch auch wenn der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC Carl Zeiss Jena sich intensiv beharkten, und auch Feuerwerk auf den Rängen kurzzeitig Hempels Aufmerksamkeit erregte, war das jüngste Duell zu keiner Zeit von Böswilligkeit oder grenzüberschreitenden Aktionen geprägt.
Doch als Hempel nach über sechsminütiger Nachspielzeit und acht gezückten Gelben Karten abpfiff, hatten sich Spieler und Betreuer auf dem Spielfeld kurz noch einige Takte zu sagen. Fest steht: Freundlichkeiten wurden nicht ausgetauscht. In den Fokus rückte ein Schubser von Erfurts Angreifer Romarjo Hajrulla gegen Paul Küas, Torwart-Trainer der Jenaer. Hempel zog die Rote Karte für den in der 69. Minute ausgewechselten Torschützen zum 1:0.
Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands hat sich zwischenzeitlich mit dem Fall befasst und Hajrulla für drei Spiele gesperrt. Damit müssen die von massivem Verletzungspech gebeutelten Landeshauptstädter einen weiteren Ausfall verkraften, denn nach dem bereits verbüßten Spiel gegen Luckenwalde müsste der gebürtige Athener noch zwei weitere Male aussetzen. Doch der FC RWE gibt nicht auf, hat fristgerecht Einspruch gegen das Strafmaß eingelegt und betont in einer kurzen Stellungnahme: "Wir setzen nun auf eine angemessene und faire Neubewertung des Falls."