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Es geht auch um die Trainer: Austria und Sturm kündigen Analysen an

kicker

Die Bundesliga hat sich am Sonntag mit dem 3:1-Heimsieg der Wiener Austria gegen Sturm Graz zum Abschluss der 17. Runde in die Winterpause verabschiedet. Während die Spieler ab sofort ihren Urlaub genießen können, warten auf die Trainer der beiden Teams im Rahmen der Analyse der Herbstsaison spannende Tage. Sowohl der drittplatzierte Meister als auch der Fünfte aus Wien hinken den Erwartungen hinterher, Jürgen Säumel und Stephan Helm stehen deshalb zur Diskussion.

Für die Grazer passte der Abschluss in der Generali-Arena zu einer verpatzten zweiten Herbsthälfte. In den jüngsten 13 Pflichtspielen siegten sie nur dreimal, der Erfolg im Elfmeterschießen im Cup-Achtelfinale gegen Zweitligist Admira Wacker miteingerechnet. Drei der jüngsten vier Auftritte endeten ohne Zählbarem. "Ich weiß nicht genau, was in den letzten zwei Monaten passiert ist", sagte Sturm-Tormann Oliver Christensen nach seiner letzten Partie im Sturm-Dress.

Christensen: "Qualität zu wenig"

Die vielen Spiele hätten sicher eine Rolle gespielt, zudem hätten die Gegner nach den beiden Sturm-Meistertiteln bessere Lösungen gegen die Grazer gefunden. "Am Ende war auch die Qualität zu wenig", betonte der Däne. Die Lücken nach den Sommer-Abgängen von Gregory Wüthrich, Malick Yalcouye, Kjell Scherpen, William Böving oder Max Johnston konnten nicht adäquat geschlossen werden. "Das ganze Jahr war durchaus ordentlich, trotzdem ist uns jetzt zum Schluss ein bisschen die Luft ausgegangen", meinte Säumel.

Ein Rückstand von nur vier Punkten auf Tabellenführer Salzburg sei trotzdem eine "ordentliche" Ausgangssituation für das Frühjahr. Ob das für seinen Verbleib reichen wird, sei dahingestellt. Faktum ist, dass die Grazer mit sieben die drittmeisten Niederlagen nach Schlusslicht BW Linz (12) und dem Vorletzten GAK (8) kassiert haben. Fünfmal gab es nach einer Führung keine Punkte. "Wir haben eine hohe Erwartungshaltung. Es gibt Entscheidungen zu treffen", sagte Christian Jauk. Als Präsident sei er Mitglied des Vorstandes. Überlegungen die Zukunft betreffend seien "Teamarbeit". Säumel betonte jedenfalls, vor der anstehenden Analyse einen "klaren Plan" zu haben.

Die Austria hatte im Sommer ebenfalls wichtige Stammkräfte verloren. Auch die Wiener verloren schon sieben Mal, erst bei der letzten Möglichkeit vor Weihnachten gelang noch der Sprung in die obere Tabellenhälfte. Positiv ist, dass nur sechs Zähler auf Rang eins fehlen, der Abstand zum Zehnten WSG Tirol ist mit fünf Zählern aber geringer. "Wir gehen die Saison durch. Wir schauen, was ist gut gewesen, was ist schlecht gewesen. Wir haben überhaupt keinen Druck. Gespräche in den nächsten Tagen werden zeigen, in welche Richtung es geht", sagte Austrias Sportdirektor Michael Wagner.

Fischer stärkt Helm den Rücken

Helm selbst gab sich gelassen und betonte, nie etwas anderes als Rückendeckung empfunden zu haben. Seine Truppe habe gegen Sturm nach dem frühen 0:1 einen "unglaublichen Kraftakt" geschafft, "unglaublichen Spirit" gezeigt und einmal mehr eine "Never-Give-Up-Mentalität" als Stärke präsentiert. "So eine Leistung wäre nicht möglich, wenn es dahinter nicht passen würde", bekräftigte Austrias Trainer. Kapitän Manfred Fischer stellte sich hinter den Coach. "Wir wissen, was wir an unserem Trainer haben", gab der Offensivspieler zu Protokoll.

Angesichts des Aderlasses im Sommer und der vielen Ausfälle mache es sein Team "sehr ordentlich". "Daher kann man sich selbst beantworten, ob der Trainer infrage stehen sollte oder nicht." Es ist nicht die einzige Baustelle, auch rundherum wird viel diskutiert, u.a. um die Besetzung des Sportvorstand-Posten. "Dass es nicht ideal ist, was rund um den Verein passiert, braucht man sich nicht schönreden, aber das liegt nicht in unserer Hand, das müssen die Verantwortlichen selber oben regeln. Wir sind nur Spieler und werden dafür bezahlt zu trainieren und zu spielen", hielt sich Abwehrchef Aleksandar Dragovic bedeckt.

Das machen die Wiener in der jüngeren Vergangenheit gegen Sturm besonders gerne. Siebenmal gab es keine Niederlage, zuletzt viermal einen Sieg. "Es gibt keine Erklärung dafür, es sind immer brutal enge Spiele", sagte Helm. Angesichts der Begleitumstände war der Sieg bemerkenswert. Dragovic sprach von "ein bisschen turbulenten Wochen". Fischer merkte an, dass aufgrund der äußeren Umstände viel auf die Spieler eingeprasselt sei. "Umso schöner ist es, dass wir unseren Fans einen Sieg schenken konnten", betonte Dragovic. Der bleibe nun wie auch die bessere Platzierung im Vergleich zum nur auf Rang sieben liegenden Lokalrivalen Rapid bis zum Frühjahrsstart im Februar in Erinnerung.