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"Es geht um Qualität statt Quantität": Siegens Blick richtet sich nach oben

kicker

Der Blick bleibt nach oben gerichtet. Nach sieben Spieltagen in der Regionalliga West überraschten die Sportfreunde Siegen die Konkurrenz nicht nur als Aufsteiger mit Top-Leistungen, sondern führten sogar die Tabelle an. Seitdem sind dem Ex-Zweitligisten die Konstanz und Effizienz abhandengekommen, doch als Tabellensiebter bleibt der Rückstand zum Aufstiegsrang mit sieben Punkten noch überschaubar - und die Begehrlichkeiten wurden geweckt. "Ich will das Wort 'Aufstieg' nicht in den Mund nehmen, aber wir wollen schon da oben dabei bleiben und gucken, was noch möglich ist", sagt beispielsweise Hamza Saghiri, der abgesehen von einer Gelbsperre zum Jahresabschluss immer in der Startelf stand.

Der Sommer-Neuzugang gehört damit ebenso zu den Dauerbrennern der Hinrunde wie Mittelfeld-Kollege Dennis Brock oder Linksverteidiger David Kammerbauer, die sogar keine Partie verpasst haben. Das Trio ist Teil des stabilen Gerüsts, durch das die Siegerländer erst zwei Partien verloren haben. Das Problem: neun weitere Partien endeten remis - so viele wie bei keinem anderen Team. "Die ganzen Unentschieden bringen uns nicht weiter, wenn wir vorn noch mal ranschnuppern wollen", weiß Kapitän André Dej, was zu Saisonbeginn besser lief als zuletzt, als auch nach dem Trainerwechsel zu Boris Schommers nur zwei von fünf Partien gewonnen wurden.

Die Stärken und Schwächen der Mannschaft wurden nicht nur, aber ganz speziell bei den jüngsten beiden Aufholjagden in Velbert (2:2) und Rödinghausen (4:3) offensichtlich. Hinten luden die Sportfreunde die Gegner durch individuelle Fehler zum Toreschießen ein, vorn mangelte es oftmals an der Effizienz im Abschluss, die das Team besonders beim starken Saisonstart unter Aufstiegstrainer Thorsten Nehrbauer noch ausgezeichnet hatte. "Wichtig ist, dass wir uns diese Chancen herausspielen. Das ist eine ganz klare Entwicklung", zieht Geschäftsführer Matthias Georg den Vergleich zu den sieglosen Partien im September und Oktober, die den Trainerwechsel zur Folge hatten.

Vier Punkte nach Rückstand in den letzten beiden Spielen bewiesen außerdem, dass Moral und Wille absolut intakt sind. "Wie wir zurückgekommen sind, war wirklich außergewöhnlich, und dafür geht ein großes Kompliment an die Jungs. Diesen Charakter kann man einer Mannschaft nicht beibringen", findet Innenverteidiger Jan-Luca Rumpf, der jetzt große Hoffnungen in die erste Vorbereitung unter Schommers setzt. Am 6. Januar fliegen die Sportfreunde für sechs Tage in die Türkei nach Belek, wo unter anderem Testspiele gegen Carl Zeiss Jena und Viktoria Köln auf dem Programm stehen.

Interesse an Bakhat

Dann wird auch Rückkehrer Marco Beier mit von der Partie sein. Der 30-jährige A-Lizenz-Inhaber, der schon als Spieler und Co-Trainer in Siegen tätig war, kehrt nach einem halbjährigen Engagement beim SV Rödinghausen als Assistent von Schommers in die Krönchenstadt zurück. Punktuelle Korrekturen im Spielerkader sind bis zum Start in die Restrunde am 24. Januar gegen Borussia Dortmund II ebenfalls geplant. "Es wird Veränderungen in beide Richtungen geben", kündigt Chefcoach Schommers an. Zuletzt stellte sich der ehemalige Drittliga-Profi Anas Bakhat (unter anderem Alemannia Aachen, 1. FC Kaiserslautern) im Training vor. Die Sportfreunde zeigen Interesse an einer Verpflichtung, eine Entscheidung des Spielers steht aber noch aus.

Klar ist: Wie schon im Spätsommer, als die Sportfreunde mit Abwehrmann Rumpf und Angreifer Kevin Goden vergleichsweise prominente Nachverpflichtungen tätigten, geht es auch im Winter um Qualität statt Quantität. Der Traum vom Durchmarsch in Liga 3 ist im Leimbachtal noch nicht ausgeträumt, dafür braucht der Aufsteiger aber nicht nur einen guten Start ins neue Jahr. "Wir müssen von Spiel zu Spiel unsere Leistung zeigen und konstant unsere Punkte holen. In der Liga ist in jeder Woche alles möglich, und wir haben gezeigt, dass wir mit jeder Mannschaft mithalten können. Wenn wir gut reinkommen, kann es noch eine spannende Rückrunde werden", glaubt Mittelfeld-Stammkraft Saghiri. Der Blick der Sportfreunde Siegen bleibt nach oben gerichtet.