Im August kündigte der SC Preußen Münster überraschend seinem Ex-Kapitän Marc Lorenz fristlos. Ein Paukenschlag kurz nach Saisonbeginn im Münsterland. Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Spendengeldern waren laut Angaben des Zweitligisten für diesen drastischen Schritt ursächlich. Die Münsteraner hatten zudem rechtliche Schritte eingeleitet.
Der 37-Jährige wehrt sich gegen die Anschuldigungen allerdings vehement, reichte seinerseits Klage am Arbeitsgericht Münster gegen die fristlose Entlassung ein. Wie es für den routinierten Mittelfeldspieler sportlich weitergeht, ist derzeit offen. Für die Preußen wird er aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr auflaufen.
An den Nagel will Lorenz seine Fußballstiefel jedoch allen Anschein nach noch nicht hängen. Denn wie sein Jugendverein, der 1. FC Gievenbeck, am Dienstag bestätigte, hält sich der 133-malige Zweitliga-Spieler derzeit bei der Oberliga-Mannschaft des Münsteraner Stadtteilklubs fest.
Höhere Trainingsqualität
"Marc kam mit dem Wunsch auf uns zu, bei uns ins Training einzusteigen und sich fit zu halten", erklärt Jens Truckenbrod, Sportlicher Leiter in Gievenbeck. "Für den Verein und auch für die Mannschaft war schnell klar, dass wir in der aktuellen Situation einem verdienten Münsteraner Spieler und ehemaligen Gievenbecker helfen wollen. Auf der anderen Seite denken wir, dass Marc dem jungen Team mit all seiner Erfahrung im Training helfen wird und die Trainingsqualität weiter anheben kann."
Von 2000 bis 2005 lief Lorenz für diverse Jugendmannschaften des 1. FC Gievenbeck auf, ehe er seinen Weg in den Profifußball fand. Anschließend ging es über Preußen Münster nach Gelsenkirchen zum FC Schalke 04. Von dort aus zu den Sportfreunde Lotte und Arminia Bielefeld, Wehen Wiesbaden und dem Karlsruher SC. 2022 folgte die Rückkehr zu den Adlerträgern, mit denen ihm der Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Bundesliga gelang.